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Der unentdeckte Künstler Kurt Hüpfner
„Eigentlich male ich gar nicht gerne – aber ich kann nichts anderes“

Zart streichelt seine Frau Friederike ihm über die Wange. Kurt Hüpfner lächelt. Das Ehepaar ist seit 1972 verheiratet. „Ohne sie hätte ich nicht leben können – ich habe von ihrer Unterstützung gelebt.“  Und seine Frau ergänzt: „Es waren – wie überall – Höhen und Tiefen dabei.“ Sie im Trenchcoat, er mit Haube und Weste. Kurt Hüpfner, ein 89-Jähriger, sitzt mit Gehstock auf der schlammfarbenen Couch inmitten des Palais´ Kinsky im ersten Wiener Gemeindebezirk. Hüpfners Atelier wurde mit persönlichen Möbeln und Objekten bis hin zu eigenen Bleistiften nachgebaut. Sogar die Tapete gibt die Ziegelmauer des Ateliers wider.

Erfolg auf den zweiten Blick

Kurt Hüpfner hatte einen späten Durchbruch als Künstler. Bis 2006 arbeitete er im Verborgenen. Erst dann wurden seine Werke in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Doch der 1930 geborene Wiener hat eine eigene Sicht auf seine Kunst: „Ich bezeichne mich persönlich nicht als Künstler. Das mag ich nicht. Irgendwie instinktiv habe ich da eine Abwehrhaltung. Ich bin eine Existenz. Das genügt. Man existiert.“

Aktuelle Ausstellung „Surreale Wachträume“

Seit 1960 erschafft Hüpfner Kunst: Zeichnungen, Grafiken, Plastiken und Assemblagen. Seine Materialien sind unterschiedliche: Terrakotta, Gips, Holz. Die Ausstellung „Surreale Wachträume“ (läuft noch bis zum 03. Mai) bietet die Möglichkeit, diese verborgenen Kunstwerke unterschiedlicher Kunstgattungen gemeinsam zu betrachten. Insgesamt schuf Hüpfner über 3100 Kunstwerke. Die bekannte Kuratorin Agnes Husslein-Arco hat in dieser Ausstellung einen Querschnitt, sowohl der Gattungen, als auch der Schaffensphasen zusammengestellt.

Hüpfner und die Politik

Thematisch beschäftigt sich der Neoexpressionist mit Prophezeiungen und Vorahnungen. Darstellungen sind oft mythologischer Natur. Doch auch historische, oder politische Figuren bildet er ab. So verarbeitet Hüpfner auch Erlebnisse aus dem Krieg, oder tagesaktueller Politik in seinen Werken. Er selbst sagt dazu: „Und die Vielen, die nach Freiheit schreien, sind die Ersten, die der Freiheit dann ein Ende setzen, das wissen wir eh. Die da nach Freiheit plärren, (von denen) würde ich mich distanzieren.“ Auf die Frage: „Meinen Sie das politisch“ antwortet er: „Ja sicherlich!“

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Eröffnungsfeier des Künstlers Kurt Höpfner im AUKTIONSHAUS im Kinsky.

Autorin: Vera Gasber

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