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Craftbier-Brauerei und Trabrennbahn - beides bietet der Belgrader Stadtteil rund um die Industriehallen der Alten Zuckerfabrik. Foto: BR | Zoran Ikonic

Lieblingsplatz Serbien: Careva Cuprija
Eine vergessene Ecke Belgrads

Careva Cuprija – so lautet die inoffizielle Bezeichnung der Gegend rund um das Belgrader Hippodrom und die verlassenen Industriehallen der „Alten Zuckerfabrik“. Übersetzt bedeutet Careva Cuprija „Kaisersbrücke“, benannt nach einer längst zerstörten Brücke, die sich auf der ehemals wichtigen Verbindung nach Konstantinopel befand. Umgeben vom noblen Villenviertel Senjak, dem Topcider-Park und den Hängen des Stadtteils Banovo Brdo, scheint es, als ob diese Ecke von den Stadtvätern in ihren Plänen irgendwie übersehen, vergessen worden wäre.

Craftbier in der 'Alten Zuckerfabrik'

Obwohl das Konkursverfahren bereits 2007 eingeleitet wurde, ist aus bürokratischen und juristischen Gründen eine Entscheidung über das Schicksal dieser Industriehallen noch nicht in Sicht. „Zum Glück“, sagen die Besitzer von „Dogma“, einer unabhängigen Belgrader Brauerei, die seit 5 Jahren eine dieser Hallen pachten und dort ihr Craftbier (handwerklich gebrautes Bier) brauen oder „kochen“. Im „Dogma“ hofft man darauf, dass diese Halle der „Alten Zuckerfabrik“ auch der künftige Standort bleiben kann. Dies umso mehr, weil sich neben der Brauerei, abgetrennt durch eine Glaswand, auch der geräumige Schankraum (Taproom) befindet und dieser Ort mittlerweile eine beliebte und feste Adresse für die wachsende Zahl von Craftbier-Liebhabern geworden ist. Inzwischen gibt es landesweit eine relativ große Auswahl von handwerklich gebrauten Bieren. Das Craftbier ist richtig angekommen in Serbien.

Alleine in Belgrad befinden sich etwa zwei Dutzend unabhängige Brauereien, die nicht nur den serbischen und regionalen Markt beliefern. Die größeren unter ihnen, wie Dogma, Kabinet, Gvint und Kas beliefern auch den westeuropäischen Markt mit etwa 300.000 Litern Craftbier jährlich.

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In der Brauerei 'Dogma'

Hoptopod, mein Lieblingsbier unter den ‚Dogma-Bieren‘. Gebraut im IPA-Stil (India Pale Ale), obergärig, mit hohem Hopfengehalt und dezenter Grapefruit Note. Ein Bier mit Charakter.

 

Videomaterial: Zoran Ikonic

Videobearbeitung: Karin Straka

Das Belgrader Hippodrom

Der wichtigste Teil von Careva cuprija ist das Belgrader Hippodrom, die älteste noch im Betrieb befindliche Sportstätte Serbiens. Wobei der Betrieb bereits sehr eingeschränkt ist. Von früheren 30 Renntagen im Jahr sank die Zahl kontinuierlich. Im letzten Jahr gab es nur noch zwei Rennen von geringerer Bedeutung. Eröffnet am 28. Juni 1914, am Tag des Sarajevo-Attentats auf den Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau, hat es so manche Krise überlebt. Höchstwahrscheinlich wird es aber die Indifferenz der aktuellen Stadtregierung, in dessen Zuständigkeit das Hippodrom fällt, nicht überleben. Viele vermuten Absicht hinter der offensichtlichen Gleichgültigkeit, denn eine Vielzahl von Investoren würde diese begehrte Lage allzu gerne bebauen wollen.

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Hippodrom Belgrad

Die Saison 2019 startet am 14. April und es scheint als ob sich was bewegt am Belgrader Hippodrom: für dieses Jahr sind ganze 6 Rennen angekündigt.

 

Videomaterial: Zoran Ikonic

Videobearbeitung: Karin Straka

Noch vor 20 Jahren waren Sonntagsrennen am Hippodrom ein fester Bestandteil des Belgrader Soziallebens. Ein Ort zum „Sehen“ und „Gesehen werden“, vor allem für Belgrader Damen, die am Hippodrom jeden Sonntag eine kleine „Modeschau“ veranstalteten, bei der sie ihre Outfits samt den obligatorischen Hüten präsentierten.

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