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Davor Dragicevic am Grab seines Sohnes David auf dem Friedhof Wiener Neustadt. Foto: BR | Srdjan Govedarica

Zweite Beerdigung von David Dragicevic
„Nichts wird vergessen oder vergeben“

Der Tod des Studenten David Dragicevic beschäftigt Bosnien und Herzegowina seit einem Jahr. Jetzt hat sein Fall einen neuen tragischen Höhepunkt gefunden: Am 15. März ist David zum zweiten Mal bestattet worden – 500 Kilometer weit weg von seiner Heimatstadt Banja Luka, im kleinen Ort Wiener Neustadt in der Nähe der österreichischen Hauptstadt. Seine Eltern haben ihn in Banja Luka exhumieren und nach Österreich zum Wohnort seiner Mutter bringen lassen. Sie sagen, dass sie ihren Sohn nicht in einem “Mafiastaat” bestattet sehen wollen.

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Kamera: Max Grohs

Schnitt: Vera Gasber

Exhumierung in Banja Luka

Zweite Beerdigung auf dem Friedhof Wiener Neustadt

Ungeklärte Todesursache

David ist im März 2018 zunächst sechs Tage lang verschwunden, dann findet man seine Leiche in einem Abwasserkanal. Die Polizei verkündet schnell, David sei im Drogenrauch in ein Haus eingebrochen dann auf der Flucht gestürzt und ertrunken. Davids Eltern glauben das nicht. Sie gehen davon aus, dass David Zufallopfer eines Drogenkartells geworden ist, dessen Einfluss bis in die höchsten Ebenen des Sicherheitsapparats reicht.

Ich kämpfe gegen Verbrecher aus den Institutionen dieses Staates, die auf ihren Funktionen sitzen. Das sind Mörder.

Davor Dragicevic, Davids Vater

Davids Eltern starten eigene Nachforschungen und weisen der Polizei einige Ermittlungsfehler nach. Inzwischen gehen auch die Behörden davon aus, dass David ermordet worden ist. Konkrete Ermittlungsergebnisse haben sie jedoch bis heute nicht präsentiert. Davids Vater Davor – ein Veteran des Bosnienkrieges – beginnt im März 2018 Mahnwachen in Banja Luka abzuhalten. Daraus entsteht eine der größten Protestbewegungen in der Gesichte Bosnien und Herzegowinas: „Pravda za Davida“ – „Gerechtigkeit für David“ treibt teilweise zehntausende auf die Straßen, in Banja Luka. Aber auch in Sarajevo, Belgrad, Zagreb, München und Wien. Die Bewegung richtet sich in Davids Namen gegen Korruption, Willkür und Arroganz der Mächtigen in Bosnien und Herzegowina.

„Gerechtigkeit für David“

David Dragicevic wurde nur 21 Jahre alt. „Gerechtigkeit für David“ – das steht auf der Rückseite seines Holzkreuzes. Um die Gerechtigkeit für seinen Sohn wiederherzustellen, will Davids Vater nun eine Klage beim Obersten Gerichtshof in Bosnien und Herzegowina einreichen.

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ARD Korrespondent Till Rüger berichtet im November 2018 über die Protestwelle 'Gerechtigkeit für David'

Beitrag: Till Rüger

Kamera: Mladen Pehar

Schnitt: Günter Stöger

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