Foto: BR | Dejan Stefanovic

Trauer um den „König der Volksmusik“
Beerdigung von Saban Saulic in Belgrad

Am 23.Februar 2019 wurde der Sänger Saban Saulic auf dem Belgrader Friedhof beigesetzt. Trotz des Regenwetters kamen Tausende zur Beerdigung und nahmen Abschied vom „König der Volksmusik“.  Dessen Grab liegt in der „Allee herausragender Bürger“. Dort sind unter anderem die Schriftsteller Ivo Andric und Danilo Kis, der ermordete serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic oder der Fußballer Stjepan Bobek begraben.

Ich habe mich nie als Star gesehen.

Saban Saulic

Videomaterial: Dejan Stefanovic & Zoran Ikonic

Tragischer Unfalltod in Deutschland

Am 17.2.2019 war Saban Saulic bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Nach einem Konzert in Bielefeld war der 67-jährige auf der A2 zum Flughafen Dortmund unterwegs. Bei Gütersloh fuhr ein 34 Jahre alter Mann in Saulics Wagen. In Folge kam Saban Saulic ums Leben und auch seiner bosnischer Keyboarder Mirsad Keric starb. Ein dritter Mitfahrer aus Österreich überlebte den Unfall schwer verletzt. Der Mann, der den Unfall verursachte, hatte keinen Führerschein und war angetrunken. Dem 34-jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen und er sitzt in Untersuchungshaft. Rund 100 Fans gedachten der Toten an der Unfallstelle, sie legten Blumen nieder und stellten Kerzen auf.

Saban Saulic - eine jugoslawische Karriere

Jahrzehntelang war der Musiker Saulic aufgetreten und hatte gerade sein 50stes Bühnenjubiläum gefeiert. Mit 18 verschaffte ihm ein Onkel einen ersten Auftritt in einer Kneipe. 1969 nahm er mit „Dajte mi utjehu“ („Gebt mir Trost“) seine erste Single auf. Es war der Auftakt zu einer langen Karriere, die eng mit dem früheren Jugoslawien verbunden war. Saulic hatte in allen Nachfolgeländern Jugoslawiens auch nach dessen Zerfall Kultstatus und eine treue Fangemeinde. Er trat aber auch in Deutschland auf.  Mit Liedern wie Gordana („Gordana“), Dodji da ostrarimo zajedno  („Komm, lass uns gemeinsam alt werden“), „Dva Galeba Bela“ („zwei weiße Möwen“) oder „Dusa me boli draga“  („Meine Seele schmerzt, meine Liebe“) erreichte Saulic ein Millionenpublikum. Er entzog sich dem berüchtigten „Turbofolk“, dem ultranationalistischen Soundtrack der blutigen Jugoslawienkriege. Auch wenn es gemeinsame Auftritte mit Turbofolk Vertretern gab, mit Sängerinnen wie Ceca oder Jelena Karleusa ist Saulic nicht zu vergleichen. Das erklärt wohl auch die ungebrochene Beliebtheit des serbischen Rom in Kroatien oder Bosnien-Herzegowina, wo seine Stimme geschätzt wurde.

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