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Schildertausch an der Grenze zu Griechenland: Die neuen Schilder mit der Aufschrift 'Republik Nordmazedonien' werden angebracht. Foto: BR | Sasko Golov

Nordmazedonien beginnt mit Umbenennung des Staatsnamens
Neue Schilder braucht das Land

Ein Land wechselt den Namen – seit Mittwoch hat das Austauschen der Namensschilder begonnen: An Regierungsgebäuden in Skopje, auf den Autobahnen, an den Grenzübergängen werden nun die neuen Tafeln angebracht, mit der Inschrift „Republik Nordmazedonien“. Damit endet auch optisch der jahrzehntelange Namensstreit mit dem benachbarten Griechenland.

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Kamera: Lyubisha Nikolovski

Schnitt: Christine Dériaz

Mittwochmittag, am Grenzübergang Gevgelija: Es ist jetzt auch sichtbar: Hier, an der Landesgrenze zu Griechenland, sind die neuen Namensschilder angebracht worden. Leicht fällt es den Menschen nicht, sich an die neue Staatsbezeichnung zu gewöhnen. Gordana will eigentlich, „wie alle Mazedonier den Namen nicht ändern.“ Aber wenn die Politiker meinten, dass sich wirtschaftlich etwas im Lande zum Besseren wende, dann sage sie: „Der Zweck heiligt die Mittel.“ Auch der 59jährige Goce verspricht sich vom Namenswechsel „Wohlstand“, wie er uns sagt. Dass es voran gehe, die Wirtschaft angekurbelt werde und neue Arbeitsplätze entstehen.

 

Seit der Zustimmung des griechischen Parlaments zur Umbenennung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien in „Republik Nordmazedonien“ stehen die Zeichen auf Neubeginn. Nachdem am Dienstag die formelle Bestätigung aus Athen eingegangen war, mit der Skopje über die Ratifizierung des NATO-Beitrittsprotokolls durch Griechenland informiert wurde, richtet sich der Blick von Ministerpräsident Zoran Zaev bereits auf das nächste Ziel: Die Europäische Union. Keine leichte Aufgabe, warnte der Regierungschef am Dienstag in Skopje:

„Es gibt keinen Platz für Euphorie. Von uns wird erwartet, dass wir in jahrelanger Arbeit Reformen durchführen. Um erfolgreich zu sein und die Erfolge zu beschleunigen, müssen wir uns in den kommenden Jahren mit der gleichen Energie für die Mitgliedschaft in der EU einsetzen, die wir beim Abkommen mit Griechenland aufgewendet haben. Unser Rechtssystem muss Gerechtigkeit für alle schaffen, ungeachtet der ethnischen Zugehörigkeit, des finanziellen Status oder der politischen Präferenz. Und es gibt null Toleranz für Korruption.“

Zoran Zaev, Ministerpräsident Republik Nordmazedonien

Viele der rund zwei Millionen Einwohner des umbenannten Staates, von denen circa 25 Prozent ethnische Albaner sind, begegnen den Ankündigungen des Regierungschefs mit einer gehörigen Portion Skepsis. Zu präsent sind die jüngsten Entscheidungen der Gerichte, hochgestellte Persönlichkeiten laufen zu lassen. So durfte etwa Saso Mijalkov, der Cousin des nach Ungarn geflohenen ehemaligen Ministerpräsidenten Gruevski, vormals mächtiger Chef des Geheimdienstes, trotz mehrerer Anklagen nach nur einem Monat in Untersuchungshaft in den Hausarrest wechseln. Wobei „Hausarrest“ vielen Einwohnern als schierer Witz vorkommt, denn der Ex-Geheimdienstchef residiert nunmehr in einem 5-Sterne Hotel in Skopje, das ihm inoffiziell gehören soll, finanziert mit Geldern, die er während seiner Amtszeit „beschafft“ haben soll. Diese ältere Frau zeigt sich jedenfalls enttäuscht:

"Ich glaube nicht, dass es Gerechtigkeit geben wird. Die Bevölkerung wurde auf jeden Fall belogen. Wenn es hieß: ‘Den bringen wir ins Gefängnis, der wird im Knast landen‘, dann wurden alle wieder entlassen. Sie wurden freigelassen. Wir normale Menschen werden nicht aus dem Gefängnis entlassen. Niemand.“

Passantin

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Nach jahrelangem Streit mit Griechenland hat man sich nun auf den Namen 'Republik Nordmazedonien' für die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien geeinigt. Foto: BR | Sasko Golov
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Kommentare (1)

Der Makedone am

Hat sich das alles gelohnt für die Südjugoslawen?
(obwohl der Begriff „Lohn“ vom Grundsatz her etwas anderes besagt, das Personalwirtschaft).

Hat es sich für sie gelohnt, dass sie 1943-1944 vom Kommunisten Tito zu „Makedonen“ umgetauft wurden?

Hat sich die jahrzehntelange Phase der Konditionierung 1943-1944 bis 2018-2019 für sie gelohnt, um heute feststzustellen, dass nahezu alle früheren Angaben falsch sind und auch als falsch eingestanden und anerkannt werden?

Dass beispielsweise die Albaner heute sagen, dass sie natürlich Albaner seien, und keine Makedonen, egal wie dieser Staat auch heißen möge. Sie haben heute die politischen Karten in der Hand, Zaev ist nur deren Spielminister, er wird von 23 albanischen Parteien gestützt, der Präsident des Parlaments ist ein UCK-Kommandant. Er spricht nur noch in der albanischen Sprache, hat er verkündet, die nunmehr landesweit die zweite Amtssprache sei. Spurt Zaev (oder irgendein Nachfolge-Zaev) nicht, so wird er gefällt, womöglich kommt dann die Landesteilung wieder auf dem Tisch).

Hat es sich gelohnt?
Ich habe in diversen Gesprächen schon vor weit über 10 Jahren vor dieser heutigen Entwicklung gewarnt. Damals wurde ich ausgelacht, heute gehen meine damaligen Diskussionspartner hierauf nicht mehr ein, sie müssten Farbe bekennen.

Hat es sich gelohnt, den künstlichen Makedonismus hochzuheizen, um am Ende einzugestehen, man habe weder als Slawe, noch als Roma, noch als Türke, noch als Albaner (also die Ethnien von Skopje) irgendetwas mit dem historischen Makedonien zu tun. Das steht im Prespres-Vertrag.

Wird es sich für sie lohnen …
… als Makedonen genannt zu werden, obwohl sie selber über sich sagen, sie seien keine und leben nur auf dem Gebiet, welches in der Antike PAIONIEN hiess, und nicht Makedonien, aber im Zuge der Erfindung der „geographischen Region Makedonien“ von Tito zu „Makedonen“ gemacht wurden, so per Order de Mufti.

Per Order de Mufti hat jetzt der ultralinksradikale Tsipras von SYRIZA (deutsch: Koalition der Radikalen Linken) die kommunistische Expansionspolitik von Tito RÜCKWIRKEND als richtig erkannt. An der Lösung der Thematik war Tsipras nie interessiert, er hat aber anerkannt, was Tito über seine Nachfolger, jetzt Zaev, an Forderungen stellte.

Vielleicht wäre es anders besser für die Menschen, die mir persönlich sehr nahe sind:
sie wissen dass Makedonien ein Teil Griechenlands und der griechischen Welt sind. Sie wollen als Makedonen bezeichnet werden, auch um sich von den Albanern und Bulgaren zu schützen. WARUM gehen sie dann nicht den Weg, den die DDR und BRD gegangen sind, und treten dem Gebiet des griechischen Grundgesetzes (Verfassung) bei und werden ein Teil dessen?

Die Bürger der Republik Nördlich des Makedonien sollten sich diese Frage selber beantworten.

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