Überall Müll, miserable Infrastruktur, kaum Arbeit: Das ist die Situation in Bair, einem Stadtteil von Bitola in Süd-Mazedonien. Foto: BR | Schaban Bajrami

Das Roma-Viertel Bair in Bitola
„Hier kann man nicht leben“

Überall Müll, miserable Infrastruktur, kaum Arbeit: Das ist die Situation in Bair, einem Stadtteil von Bitola in südlichen Nord-Mazedonien. Offiziell leben hier etwas mehr als 2500 Roma (inoffiziell ist von etwa 5000 Menschen die Rede), die meisten von ihnen unter sehr schlechten Bedingungen. Von hier stammen viele der rund 2700 Menschen, die seit Oktober in Köln angekommen sind.

Interview mit Medik Remzi

Medik Remzi von der Hilfsorganisation „Bairska Svetlina“

Nord-Mazedonische Staatsbürger können ohne Visum legal in den Schengenraum einreisen und maximal 90 Tage bleiben, also auch nach Deutschland. Das Besticket Bitola-Freiburg kostet 110 Euro in eine Richtung. Das ist viel Geld für die Menschen im Stadtteil Bair, die meisten hier leben von ungerechten 35€ Sozialhilfe im Monat. Dennoch findet man in Bair kaum jemanden, der es noch nicht versucht hat.

 

Dabei darf nur ein sehr geringer Prozentsatz der nord-mazedonischen Asylsuchenden in Deutschland bleiben. Denn Nord-Mazedonien gilt seit 2014 als so genanntes sicheres Herkunftsland. Dennoch versuchen viele ihr Glück. Ihr Antrieb: Armut, Krankheit und Perspektivlosigkeit bei schlechter sozialer Absicherung in Nord-Mazedonien.

 

Ein Mann, der sich als Enis vorstellt, aber nicht fotografiert werden möchte, schildert die Lage so:  „Mazedonien ist schön, aber leider kann man hier nicht leben. Dort [in Deutschland] ist es viel schöner – aber die lassen und nicht dahin. Uns nicht Dort. Was soll man machen?  Man beantragt Asyl, meldet sich beim Sozialamt und dann bekommt man ein Zimmer im Heim. Essen, Trinken, Geld, Vergnügen – alles bekommt dort.“

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