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Die junge Frau in der Mitte spricht fast perfekt Französisch mit uns. Einige erzählen uns, dass sie nach Frankreich zum Betteln fahren. Foto: BR | Herbert Grünwald

Verhasst und verachtet
Profitieren rumänische Roma vom EU Vorsitz?

„Veränderung kann es nur geben, wenn man sie von den Mächtigen fordert. Unsere Roma Rechte sind Menschenrechte und keine Privilegien, die (…) gewährt werden müssen.“

Marius Tudor, European Health Alliance, rumänischer Rom

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Die EU muss mehr für die Roma tun.

Marian Daragiu, Soziologe und Mitgründer der Stiftung Ruhama. Diese unterstützt seit rund 20 Jahren Gemeinden, in denen Roma arm und sozial ausgegrenzt sind. Er nimmt Städte und Gemeinden, Behörden und die Regierung in die Pflicht, denn der Staat sei für seine Bürger verantwortlich.

„Die Roma sind die meistgehasste Minderheit in Europa“

Romeo Franz, Grüner Europaabgeordneter und deutscher Sinto

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DIE EU MUSS MEHR FÜR DIE ROMA TUN.

Wer macht Druck auf die EU?

Marian Daragiu, Soziologe, rumänischer Rom und Mitgründer der Stiftung Ruhama

In Rumänien leben knapp 20 Millionen Menschen, schätzungsweise ein bis zwei Millionen von ihnen sind Roma. Diese werden vom Großteil der rumänischen Mehrheitsgesellschaft offen diskriminiert. Viele leben in bitterer Armut am Rand von Dörfern oder Städten. Als schlecht bezahlte Tagelöhner, meist fern von Bildung. Ohne Strom, Kanalisation, Versicherung, gute Wohnungen oder verlässlichen Zugang zu medizinischer Versorgung. Weder in ihrem eigenen Land, noch auf EU- Ebene haben rumänische Roma eine Lobby. Regierungsunabhängige Organisationen, Stiftungen und Politiker, die sich mit dem Thema beschäftigen, wollen den EU-Vorsitz Rumäniens nun nutzen, um auf die Lage dieser Menschen am Rand der rumänischen Gesellschaft aufmerksam zu machen. Sie fordern verpflichtende Strategien zur Inklusion von Roma. Jedes EU-Land soll einen nationalen Plan erarbeiten, der dann auch für Städte und Gemeinden gilt. Die jeweilige Regierung soll Gelder bereitstellen und alle Ministerien und auf lokaler Ebene die Städte und Gemeinden müssen diese für Roma Inklusion verwenden. Bildung, Wohnen medizinische Versorgung und Arbeit sollen damit endlich gewährleistet sein. Für eine grundlegende Veränderung der Politik fehlt jedoch in Rumänien der politische Wille. Und nicht nur dort. „Roma sind die meistgehasste Minderheit in Europa“, sagt der EU-Abgeordnete Romeo Franz. Der Rassismus macht auch vor dem EU-Parlament nicht halt. Der italienische Parlamentspräsident Tajani meinte im Oktober 2018 sinngemäß, die Roma seien keine italienischen Bürger.

10-12 Millionen Roma und Sinti leben schätzungsweise in Europa. Die Roma vorwiegend in den Ländern Südosteuropas. Rumänien, Bulgarien, Serbien, Mazedonien oder dem Kosovo. Romeo Franz ist der einzige Sinto im EU-Parlament. Außer ihm machen noch zwei Romni dort Europapolitik. Eine Abgeordnete aus Schweden, eine aus Ungarn. Es gibt kaum politische Eliten der Sinti und Roma, da diese durch den Völkermord der Deutschen während des Nationalsozialismus praktisch ausgelöscht wurden.

Das Dort Tinca liegt im Nordwesten Rumäniens. Rund 40 Kilometer von der Stadt Oradea entfernt, nahe der ungarischen Grenze. Von den rund 8000 Einwohnern sind rund 1600 Roma. Einige hundert leben in einer Art Slum am Dorfrand. Eine französische Organisation und die Nürnberger Maranatha Baptistengemeinde engagieren sich vor Ort für die Interessen der Roma.

Das Dorf Tetchea gehört zur Gemeinde Telechiu und liegt rund 30 Kilometer von der Stadt Oradea entfernt. Laut Weltbank gehörte Tetchea 2006 zu den ärmsten Roma Gemeinden in Rumänien. Die Menschen lebten außerhalb der Gesellschaft. Es gab keine feste Straße, kein fließendes Wasser, keine Elektrizität und keine medizinische Versorgung, keine Kanalisation und niemand war versichert. Es gab ein großes Problem mit Ratten und Kinder wurden im Schlaf von ihnen angegriffen.

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Kommentare (1)

Dieter Pelger am

Das beste Beispiel für Integration ist Mediasch. Nach einem USA-Besuch des Bäckers Theil, wo er über die Indianerintegration Eindrücke erfuhr so hat er sich mit Bürgermeister Zikeli 1936 abgesprochen und die Zigeuner wurden als Müllabholer und Straßenkehrer eingesetzt. Dieses hatte sich sogar in der Kommunistischen Zeit weiter erhalten. Ein Zig aus der IRTI der dort Textilmeister war und in den 60ziger entlassen wurde, ging dann auch zu den Straßenkehrern.

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