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Der Markt von Rijeka mit seinen Jugendstilhallen liegt direkt vor dem Nationaltheater der Stadt - alle Gebäude stammen aus der Jahrhundertwende. Das ganze Marktviertel steht quasi auf dem Meeresgrund, der 1825 aufgeschüttet wurde. Foto: BR | Gordan Godec

Lieblingsplatz in Rijeka
'Im Bauch der Stadt'

Der Marktplatz von Rijeka gilt als einer der schönsten in ganz Kroatien. Rund um drei Jugendstil-Markthallen aus dem 19. Jahrhundert, in denen jeweils Fisch, Fleisch und Milchprodukte angeboten werden, ranken unzählige Obst- und Gemüsestände. Auf der einen Seite grenzt der kleine Blumenmarkt an das altehrwürdige Nationaltheater. Auf der anderen  Seite findet das Marktviertel am Hafenbecken mit Cafés und Restaurants sein Ende.

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Video: Gordan Godec

Trotz des strahlend blauen Himmels ist es frostig kalt an diesem Samstagmorgen auf dem Marktplatz der kroatischen Hafenstadt Rijeka. Das Angebot an Obst und Gemüse fällt, im Vergleich zu der üppigen Vielfalt in den Sommermonaten, nahezu bescheiden aus.

Die legendäre Fischhalle

Und auch in der Fischhalle sieht es nicht besser aus. Die letzten Tage fegte ein stürmischer Wind durch die Kvarner Bucht und zwang die meisten Fischerboote in Reih und Glied an die Hafenmole ‚Molo Longo‘. Nur einige Wenige hatten sich hinausgewagt. Aber mehr als eine Dutzend Seeteufel und ein paar Kästen Garnelen, Wolfsbarsche, Tintenfische und Calamari wollte das Meer nicht hergeben.

Winterliche Ruhe ohne Touristen

Und doch genießen die Fiumani (Bezeichnung der Einheimischen nach dem italienischen Namen der Stadt ‚Fiume‘) gerade diese ungemütlichen samstäglichen Wintervormittage. Denn jetzt sie sind unter sich und ‚Der Bauch der Stadt‘, wie sie ihren Marktplatz liebevoll nennen, gehört ihnen ganz allein. Ohne Touristen-Massen, die sich zwischen den Marktständen unentschlossen hin und her schieben,  ohne ihre Waren zu lautstark feilbietenden Händlern aus dem Hinterland, die nur auf den schnellen Gewinn in den Sommermonaten aus sind und ohne Ramsch-Verkäufer, die Touristen chinesischen Plastikmüll als lokale Souvenirs andrehen wollen.

Samstägliches Ritual

Der Marktplatz ist für die Fiumaner nicht nur ein Markt, sondern vielmehr die Bühne eines Rituals, das jeden Samstag seinen Höhepunkt findet. Es beginnt mit dem obligatorischen Kampf um einen Parkplatz am Hafen.  Dann heißt es: sehen und gesehen werden, hie und da Schwätzchen halten,  aber dabei auch noch die Schnäppchen auf den Marktständen im Blick haben und bloß nicht vergessen, noch einen vernünftigen Fisch zu ergattern.

Hundertjährige Tradition

Wenn das alles gelungen ist führt der krönende Abschluss gegen Mittag dann in die umliegenden Cafés und Kneipen. Ob Bürgermeister, Fußballstars, Verwaltungsbeamte, Werftarbeiter  oder Arbeitslose, hier kann man alle treffen. Rijeka ist eine tolerante Arbeiterstadt und diese Regeln gelten für jeden Fuimaner und jede Fuimanerin, denn der samstägliche Marktgang ist seit jeher Pflicht und Tradition zugleich.

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