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Aufgrund einer Lawinensprengung war die L111 bei Forsthof im Bundesland Salzburg seit gestern Abend, bis heute 12 Uhr gesperrt. Foto: BR | Vera Gasber

Österreich: Lawinenwarnkommission
Wissen im Umgang mit Lawinengefahr ist sogar immaterielles Kulturerbe

Der offizielle Lawinenlagebericht meldete für heute noch immer große Lawinengefahr, also Stufe 4. Allerdings könnte es neben Staublawinen auch zu Gleitschneelawinen mit „furchteinflößenden Anrissen und beachtlicher Größe“ kommen, so ein Vertreter der Lawinenwarnkommission. Die Situation für Wintersportler blieb „absolut heikel.“ Wegen der Gefahr von Schneebrettern wurde vor Unternehmungen im ungesicherten Gelände noch abgeraten.

„Die Gefahr einzelner großer bis sehr großer Lawinen bleibt hoch“, sagte Michael Butschek vom Salzburger Lawinenwarndienst. „Staublawinen können dabei auch große Reichweiten erreichen.“ Viele Gräben, Auslaufbereiche und Lawinenschutzbauten seien mittlerweile durch den Neu- und Triebschnee, aber auch durch ältere Lawinen zur Gänze voll und möglicherweise nicht mehr wirksam. Damit bestehe die Gefahr, dass auch aus vermeintlich sicheren Bereichen Lawinen abgehen können.

„Wettertechnisch sind wir durch. Aber die Lawinengefahr und Baumbrüche stellen uns vor große Herausforderungen“, sagte auch Markus Kurcz, der Einsatzleiter des Landes. „Wir hoffen auf ein Sichtfenster, um uns mit dem Hubschrauber ein Bild der Situation und des Schadensausmaßes machen zu können.“ Man sei vom Flugwetter abhängig, um zu erkennen, ob Straßen geöffnet oder Lawinen abgesprengt werden können.

Wettertechnisch sind wir durch. Aber die Lawinengefahr und Baumbrüche stellen uns vor große Herausforderungen.

Markus Kurcz, der Einsatzleiter des Landes Salzburg

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Beitrag: Till Rüger

Schnitt: Günter Stöger

Wegen Straßensperren waren seit Montagabend 14 Salzburger Gemeinden nicht erreichbar und 41.000 Menschen eingeschlossen. „Den Leuten in den betroffenen Gemeinden geht es gut. Wir haben vorgesorgt, dass es vor Ort genug Diesel für Räumfahrzeuge, Notstromaggregate und eine gute Sanitätsversorgung gibt“, betonte Kurcz. „Die allgemeine Versorgungslage ist gut. Viele Menschen werden gar nicht merken, dass sie abgeschnitten sind – außer, sie wollen das Tal verlassen.“

Das „Wissen im Umgang mit Lawinengefahr“ ist inzwischen in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden.  Vertreter des Österreichischen Alpenvereins, des Österreichischen Berg- und Skiführerverbands sowie der Österreichischen Lawinenkommissionen haben gemeinsam mit Schweizer Verbänden und Institutionen die Kandidatur erarbeitet. „Die Vermittlung dieses Erfahrungswissens geschah jahrhundertelang mündlich von einer Generation zur nächsten und manifestierte sich u.a. in Bauernregeln. Schriftlich dokumentiert wurden seit dem 17. Jahrhundert vor allem Schadenslawinen. Die entsprechenden Dokumente werden in Vorarlberg noch heute in den Schulen verwendet werden, um Kinder für die Lawinengefahr zu sensibilisieren“, heißt es dazu seitens der österreichischen UNESCO-Kommission.

„Der tagtägliche Umgang mit der Lawinengefahr verbindet die Menschen in den Alpenländern – über kollektive und persönliche Erlebnisse werden Maßnahmen zur Bewältigung sowie Prävention getroffen. Der Umgang mit Lawinengefahr ist wichtiges kulturelles Erbe und trägt wesentlich zu einem besseren Verständnis von traditionellem Wissen als Zukunftsressource bei“, so Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission.  Wir werfen einen Blick auf die praktische Arbeit der Lawinenwarnkommission in Vorarlberg und Bad Ischl.

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