Im Zentrum des jüdischen Viertels in Budapest befindet sich die koschere Konditorei Fröhlich. Foto: BR | Attila Poth

Antisemitismus in Ungarn
Ein ambivalentes Verhältnis

Das Verhalten der ungarischen Regierung bei der Bekämpfung von Antisemitismus ist ambivalent: Seit Beginn der Flüchtlingskrise im Spätsommer 2015 betreibt Ministerpräsident Viktor Orban eine massive, öffentliche Diskreditierungskampagne gegen George Soros der, unter Anspielung auf sein erworbenes Vermögen und seine Herkunft als ungarischer Jude, als einflussreicher Strippenzieher der EU-Migrationspolitik verunglimpft wird. Andererseits unterhält Orban engen Kontakt zu den jüdischen Gemeinden, wird von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu für sein Eintreten gegen Antisemitismus gelobt, und spricht sich immer wieder gegen „importierten“ Antisemitismus aus. Wir haben uns im 7. Bezirk von Budapest, wenige hundert Meter von der Großen Synagoge entfernt, im Café Fröhlich umgehört, das 1953 als erste koschere Konditorei gegründet wurde.

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Eva Zador und ihr Mann Sandor betreiben das Café Fröhlich in Budapest seit 10 Jahren. Gegründet wurde die Konditorei 1953. Foto: BR | Attila Poth
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Eva und ihr Ehemann Sandor haben vor zehn Jahren das Café Fröhlich von ihrem Onkel übernommen. Sie kennen den Wandel des jüdischen Lebens in ihrem Viertel, von der kommunistischen Herrschaft, über die Wendejahre, bis hin zur bereits achtjährigen ununterbrochenen Regierungszeit von Ministerpräsident Viktor Orban. Die Sicherheitslage für jüdische Ungarn vergleicht Eva Zador mit der Situation im übrigen Europa. Da sehe es in Ungarn vergleichsweise besser aus. Eva meint:

„Nach dem Holocaust wohnten hier viele Leute, die ihr eigenes Judentum nur zu Hause gelebt haben. Damals hatten die Leute mehr Angst gehabt. Heute ist es ganz anders. Wenn sie hier auf die Straßen gehen, werden sie viele religiöse Menschen sehen - ganz kleine Kinder, und ältere Menschen auch. Hier, im sogenannten jüdischen Viertel, soll niemand Angst haben."

Eva Zador, Besitzerin Café Fröhlich in Budapest
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Kommentare (1)

kajla am

nix ugri-bugri, nix ambivalent. Die sind einfach Nazis

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