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Der gemeinnützige Verein 'Frauen für Frauen' berät Frauen in kritischen Lebenslagen, macht Fortbildungen und Seminare für arbeitslose Frauen und Mädchen, sowie Prozessbegleitung. Foto: BR | Karin Straka

Ursula Hein von „Frauen für Frauen“ über ein Jahr Schwarz-Blau
Das Pendel schlägt in Richtung konservativ

„Auf dem Land hat immer noch der Mann das Auto.“

Ursula Hein, Geschäftsführerin des Vereins "Frauen für Frauen"

„Man hat schon den Eindruck die Kürzungen sind politisch motiviert. Bei den Familienberatungen geht es um eine Million Euro. Die Summen, die in diesem Bereich gespart werden, haben keine so große Relevanz (Anmerkung: für das Regierungsbudget).“

Ursula Hein, Geschäftsführerin des Vereins "Frauen für Frauen"

Ursula Hein ist Geschäftsführerin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle „Frauen für Frauen“ in Hollabrunn, rund 50 Kilometer nördlich von Wien. Der gemeinnützige Verein berät Frauen in kritischen Lebenslagen, macht Fortbildungen und Seminare für arbeitslose Frauen und Mädchen, sowie Prozessbegleitung. Außerdem besitzt der Verein eine Notwohnung die er obdachlosen Frauen mit Kindern zur Verfügung stellt. Die Beratungsstelle in Hollabrunn liegt im ländlichen Raum, in dem die lange übliche Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau noch häufig vorhanden ist, wie Ursula Hein erzählt. Das bekämen Frauen und Mädchen zum Beispiel zu spüren, wenn sie Vollzeit arbeiten wollten. Im ersten Jahr der schwarz-blauen Regierung von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz wurde bei den Familienberatungen eine Million Euro im Budget gekürzt. Daran gab es Kritik und auch Ursula Hein hat einen offenen Brief an die Familien- und Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß unterschrieben.

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Ursula Hein, Geschäftsführerin des Vereins "Frauen für Frauen"

Videomaterial und -bearbeitung: Karin Straka

Der Verein „Frauen für Frauen“ in Hollabrunn finanziert sich aus mehreren Fördertöpfen. Darunter das österreichische Arbeitsmarktservice – AMS, projektbezogene Förderer, das Land Niederösterreich und der Bund. Dieser hat im ersten Regierungsjahr die Gelder für Familienberatungsstellen in Österreich um rund eine Million Euro gekürzt. Nach Angaben des Dachverbands für Familienberatung konnten deswegen 18.000 Paare, Frauen oder Familien weniger beraten werden und die Wartezeiten für Menschen in Notsituationen seien länger geworden. Die Kürzungen seien ein verheerendes Signal, heißt es beim Dachverband. Auch die Frauenberatungsstelle von Ursula Hein in Hollabrunn hat weniger Geld bekommen. Rund 4,2%, das klinge nicht nach viel Geld, fehle aber trotzdem schmerzlich. Ein weiteres Problem sei die Kürzung im laufenden Jahr gewesen, da Geld für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fehle, mit dem kalkuliert worden sei. Ursula Hein sitzt auch im Vorstand des österreichischen Netzwerks der Frauen-  und Mädchenberatungsstellen. Die Fakten der rund 60 Mitgliedsorganisationen verknüpft Ursula Hein zu einem für sie beunruhigenden Bild. Gewerkschaften, SPÖ oder Grüne halten der schwarz-blauen Regierung soziale Kälte vor – etwa am Beispiel gekürzter Sozialleistungen oder beim 12-Stundentag – und das Einschränken der Zivilgesellschaft. Auch Ursula Hein sieht dafür Anzeichen:

„Ja den Eindruck habe ich schon und das macht uns auch Angst. Das ist jetzt ein bisschen schwer für mich, das so zu sagen, weil ich mir denke ja, weiß ich nicht, was ich zu erwarten habe, wenn ich das in der Öffentlichkeit sage, aber ich sag es jetzt halt trotzdem mal.“

Ursula Hein, Geschäftsführerin des Vereins "Frauen für Frauen"

Familien- und Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) begründet die Kürzungen bei Familienberatungsstellen mit Sparvorhaben. Sie will mehr in Gewaltprävention stecken und weniger in Fraueninitiativen. Der Bundesverband der Gewaltschutzzentren wehrt sich gegen diesen Ansatz. Inflationsausgleich und mehr Geld? Gerne. Aber nicht auf Kosten von Frauenvereinen, wie es hieß. Aus der österreichischen Zivilgesellschaft übten auch viele an Bogner-Strauß Kritik, weil sie das Frauenvolksbegehren für die Gleichstellung von Frauen in Österreich nicht unterschrieben hat. Darin wurden Frauenquoten von 50 % gefordert in Parteien und Politik, der Sozialpartnerschaft und Teilen der Wirtschaft. Außerdem gleiche Bezahlung für Frauen und Männer. Anfang Oktober 2018 unterschrieben es knapp 482.000 Menschen. Das waren rund 160.000 weniger als beim ersten Frauenvolksbegehren 1997. Im Dezember 2018 wurde das Frauenvolksbegehren im Nationalrat debattiert.

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„Frauen in Österreich haben deutlich weniger Einkommen, weniger Arbeitsjahre und damit um die 40% weniger Rente als Männer.“ - Ursula Hein, Geschäftsführerin des Vereins "Frauen für Frauen"
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