Blick auf die Altstadt von Sarajevo mit Glockenturm und Moschee. Foto: BR | Till Rüger

Lieblingsplatz: Sarajevo
Türkischer Kaffee auf dem Bascarsija

Der leichte Brandgeruch von traditionell gegrillten Cevapcici vermengt sich mit dem Duft von frisch gebrühtem türkischem Kaffee. Eine Mischung, wie sie nur hier auf dem Bascarsija, dem Marktplatz in der Altstadt von Sarajevo zu finden ist. Wer sich in eines der kleinen Cafés setzt, erlebt ein buntes Treiben von Einheimischen und von Touristen aus muslimischen Ländern. Alles gruppiert sich um den Sebilj, einen öffentlichen Brunnen in Form eines Kiosks in der Mitte des Bascarsija.

Der Name Sebilj kommt vom arabischen Wort Sabil (türkisch Sebil, „Weg“, „Reise“), mit dem ein Brunnen bezeichnet wird, der meist in die Außenwand einer Moschee angebaut wurde und Wasser an die Reisenden spendet. Seit 1891 steht der Sebilj von Sarajevo inmitten der Bascarsija, ist ständig umlagert von Tauben. Ein Sprichwort sagt, dass jeder Reisende, der aus dem Brunnen trinkt, irgendwann wieder nach Sarajevo zurückkehren wird.

Stadt der vier Religionen

Noch faszinierender aber: In Sarajevo existieren seit Jahrhunderten vier Religionen nebeneinander. Orthodoxe Christen, Katholiken, Muslime und Juden. Es gibt etwa 90 Moscheen, 20 Kirchen und 3 Synagogen auf engstem Raum. Sarajevo ist zudem multiethnisch, denn etwa 70%  der Einwohner Sarajevos sind laut Schätzungen bosnische Muslime, etwa 20% bezeichnen sich als katholische Kroaten und etwa 10% sind orthodoxe Serben.

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Kommentare (2)

KöniginKatarinaDieBosnische am

Wieso zeigt man Bosnien und Herzegowina immer als einen türkischen Vasallenstaat ? Genauso wie im Krieg , nur verschleierte alte Omas mit Kopftüchern aus den tiefsten Dörfern . Keine mittelalterlichen Schlöser , Naturschönheiten und die moderne Gesellschaft ? Bosnier UND die bosnischen Muslime( Definition Moslem ist mir immer noch nicht geläufig, ab wann ist man denn überhaupt Moslem , reicht etwa der Titel alleine aus ????) haben genauso viel mit den Türken und Ottomanen zu tun wie die Kongolesen mit Finnland ! Immer hängt man sich an einer Religion auf und analysiert nicht die Gesellschaft als Ganze und informiert sich richtig und neutral. Genau diese bosnischen Muslime waren in ihrer eigenen Geschichte länger Christen als Muslime, von Ethnie und europäischer Kultur garnicht zu sprechen .Genau diese bosnischen Muslime sind teilweise mehr Europäer als die vermeintlich „wahren Europäer vom westlichen Seite des Kontinents“ . Das die bosnischen Muslime mehrheitlich Goten , Slawen , Illyrer und Kelten sind wird niemals erwähnt , warum eigentlich auch , denn dann könnte es sein das Paar unterbelichte populistischen Individuen aufwachen. Oder wollen Sie mir vermitteln das dass die meisten Menschen bereits wissen , die müssen ja nicht von euch informiert werden nicht wahr , alles Genies in unserer Gesellschsft haha? Gott segne die DNA Forschung sage ich nur . Mittlerweile denke ich das nicht die rechtspopulistischen Parteien und Organisationen für die steigende paranoide Hassstimmung verantwortlich sind , sondern die etablierten Medien selbst . Alles was ich geschrieben habe entspricht den Fakten , sollte es nicht so sein stehen Sie in Verantwortung diese zu widerlegen . Herzlliche Grüße !

    Till Rüger am

    Sehr geehrte Frau Katharina,
    vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar zu meinem Online-Beitrag „Lieblingsplatz Sarajevo“. Mit meiner Beschreibung wollte ich vor allem die gegenwärtige emotionale Stimmung beschreiben, die mich erfasst, wenn ich Kaffee auf dem Bascarsija trinke. Mir sind die von Ihnen angeführten historischen Bezüge durchaus bewusst, auch wenn ich sie nicht alle teile. Fakt ist, zum jetzigen Zeitpunkt ist die große Mehrheit der Bevölkerung in Sarajevo muslimischen Glaubens.
    Um das Erlebnis „Kaffee auf dem Bascarsija“ zu vermitteln, ist es aus meiner Sicht aber nicht notwendig alle diese politischen und historischen Entwicklungen zu beschreiben. Der türkische Kaffee schmeckt in Bosnien und Herzegowina auch ganz ohne Politik eben besonders gut.
    MfG
    Dr. Till Rüger, ARD Wien

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