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Sebastian Kurz gemeinsam mit Horst Seehofer und Markus Söder beim Wahlkampfabschluss in München am 12.10.2018. Foto: dpa-Bildfunk | Sven Hoppe

Kommentar: War da was?
Das beredte Schweigen des Sebastian Kurz zur Bayern-Wahl

Noch am Freitag vor dem Wahlsonntag trat Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz mit Ministerpräsident Söder und CSU-Chef, Bundesinnenminister Seehofer in München auf, um die Wahlchancen der Christsozialen zu unterstützen. Auch in den Wochen zuvor schien es einen engen bayerisch-österreichischen Schulterschluss zu geben. Doch nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse am Sonntagabend? War da was? Ein Kommentar von Clemens Verenkotte:

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Der Schulterschluss hätte kaum enger sein können: Je näher der Wahltermin des 14. Oktober heranrückte, desto offenkundiger versuchte das christsoziale Führungsgespann Söder/Seehofer, sich mit gemeinsamen Auftritten im österreichischen Glanz des konservativen Vorzeigekanzlers zu sonnen. Und auch Sebastian Kurz übte sich nicht ungern in der Rolle des christsozialen Schutzpatrons, der im scheinbar ewig andauernden Unionsstreit mit Angela Merkel durchaus deutlich  seine Präferenzen für die CSU zu erkennen gab. Getreu dem Motto: Von Austria lernen, heißt siegen lernen, sollten öffentlichkeitswirksame Begegnungen die mediale Botschaft vermitteln: München und Wien stehen beim vermeintlich wichtigsten Thema, der Flüchtlingspolitik (ein Irrtum, wie sich später herausstellen sollte) auf der gleichen, hartleibigen Seite. In Linz trafen sich Kurz und Söder im Sommer mit zahlreichen ihrer Kabinettsmitglieder; auch hier die sorgsam inszenierten Bilder und gleichlautenden Beteuerungen. Zu Wahlkampfveranstaltungen werde die CSU einen Bundeskanzler einladen.  An spitzen Bösartigkeiten gegenüber der Chefin der Schwesterpartei und zugleich plumper Anbiederung an den erfolgreichen jungen Regierungschef der Nachbarrepublik fehlte es wahrlich nicht. Dessen letzter Auftritt am Freitag vor den Wahlen im Freistaat, von Österreichs Medien sehr aufmerksam verfolgt, geriet zu einer Art letzter politische Ölung vor der Öffnung der Wahllokale. Und danach? Kein offiziell vernehmbares Wort aus Wien, nicht vom ÖVP-Vorsitzenden Kurz, nicht vom Kreis konservativer Spitzenpolitiker der Volkspartei. Sicherlich waren öffentliche Kondolenzschreiben nicht zu erwarten. Ebenso richtig ist auch, dass eben der Erfolg zwar viele Väter hat, der Misserfolg jedoch stets ein Waisenkind ist. Doch für Sebastian Kurz, der sich wie kein zweiter seiner Amtsvorgänger in die parteipolitischen Grabenkämpfe der Unionsparteien mitunter genussvoll eingelassen hat, wird sich nun die Frage nach den Folgen der ostentativen Nähe zur arg angeschlagenen CSU-Spitze Söder/Seehofer stellen. War das außenpolitisch klug, sich den Christsozialen als leuchtender Fixstern am ansonsten dunklen Himmel der Konservativen Europas zur Verfügung zu stellen? Werden die Enttäuschung und wohl auch die Verärgerung, die in den Reihen der CDU-Führung über die unbestreitbare Parteinahme des österreichischen Regierungschefs vorherrschen, längerfristiger Natur sein? Durchaus möglich, dass hinter dem beredten Schweigen des Kanzlers die betroffene Einsicht steckt, sich beim bayerisch-österreichischen Parkurritt ein wenig vergaloppiert zu haben.

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Kommentare (1)

Als Schwabe , der seit Jahren unter der grünen Knute in Süddeutschland lebt , war für mich in Bayern am interessantesten , wie die Grünen es wohl dort schaffen werden, sich in die Regierungsverantwortung reinzudrängen. Z.B. wie in Baden Württemberg wo sie die konserative Langzeit-Volkspartei CDU ausdauernd zu einem Behinderten gemacht hat , welcher ohne die heiligen Grünen gar nicht mehr lebensfähig scheint.
Aber Nein.Der Bayrische Wähler hat dieses Mal sogar die erzkonserative Faust auf den Biertisch gehauen. Nix mehr mit CSU multikultilau. Merkel ist für die Bayern endgültig erledigt. CSU, AfD und Freie über 60 Prozent Zustimmung.Trotzdem die CSU abgestraft. Das können nur die Bayern!
Die deutsche Presse ist , wie üblich, noch von ihrem grünen Schuss , den sie sich diesmal in Bayern gesetzt hat , zu benebelt um das wahre Votum zu erkennen.
Schwurbel-Söder scheint auch noch kein Licht aufgegangen zu sein.
In Bayern ist die ach so innovative , moderne , linksgrüne Religion von der Biertischgarnitur runtergefallen. Besoffen von der eigenen Heiligkeit. Nicht auf der oberen Tischkante anwesend für die nächste Mass , sozusagen. Für konserative Menschen gibt es wieder Hoffnung in Deutschland.

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