Ausrangiert und exportiert
Deutsche Diesel für den Balkan?

Es scheint auf der Hand zu liegen: Wohin mit alten Diesel-Fahrzeugen, für die sich in Deutschland immer weniger Käufer finden? Werden die Länder Südosteuropas zur Deponie von alten deutschen Diesel-Pkw? Und welche Schadstoff-Klassen werden dort akzeptiert? Wir haben uns in Rumänien, Serbien und Bulgarien umgehört.

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Serbien

In Serbien dürfen Pkw mit der Mindestabgasnorm EURO 3 eingeführt wurden, die ab 2000 hergestellt worden sind. 2017 wurden 153.000 gebrauchte Pkw eingeführt, von denen 80 Prozent älter als zehn Jahre waren. Milos Petrovic, Verbandspräsident der serbischen Fahrzeug-Importeure:  „Wenn wir eine Periode von fünf Jahren nehmen, sind nach Serbien 600.000 gebrauchte Fahrzeuge gekommen, die Europa nicht will.“ Als Vertreter moderner technologischer Produkte schmerze ihn am meisten: „Dass Serbien zum Autofriedhof geworden ist.“ Gebrauchtwagenhändlerin Biljana von Firma S-Auto in Belgrad bezieht rund 20 bis 30 Prozent ihrer Fahrzeuge aus Deutschland. Hauptsächlich seien es Diesel-Pkw der Jahrgänge 2005 bis 2008.

Rumänien

In Rumänien stammt ein Großteil der importierten Gebrauchtwagen aus Deutschland: 2017 waren es 300.000 Pkw, von denen 70 Prozent Dieselfahrzeuge waren. Roxana Dima, die Sprecherin der rumänischen Kfz-Zulassungsbehörde in Bukarest, rechnet mit Konsequenzen, falls in Deutschland künftig auch Autos der Abgasnorm Euro 4 verboten werden sollten. Das werde sich auch auf den rumänischen Markt auswirken, da die Fahrzeuge, die dieser Abgasnorm entsprächen, einen erheblichen Teil der Dieselautos ausmachten. EU-Länder wie Deutschland, die strengere Abgas-Vorschriften durchsetzen wollten, sollten dafür sorgen, dass die betroffenen Diesel-Pkw aus dem Verkehr gezogen werden, damit der Export dieser Fahrzeuge in die südosteuropäischen Länder unterbunden werde, regt die Sprecherin der rumänischen Kfz-Zulassungsbehörde an.

Bulgarien

Auch Bulgariens Regierung hält nichts davon, dass alte Pkw importiert werden, die in westlichen EU-Ländern wegen der Schadstoffbelastung nach und nach ausgemustert werden. Umweltminister Neno Dimow schlägt unter anderem vor: Die Fahrzeuge nachzurüsten, bevor sie in den Export nach Bulgarien oder in die Nachbarländer gingen. Die Region dürfe nicht zum „Depot für alte Autos“ aus dem Westen werden.

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