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Freude über das Scheitern des Referendums herrschte bei diesen Menschen in Skopje. Lediglich 34 % der Wahlberechtigten beteiligten sich am Referendum. Foto: dpa-Bildfunk | Thanassis Stavrakis

Namensreferendum in Mazedonien gescheitert
Die große Mehrheit einer Minderheit sagt ´ja´

Mehr als 90% sagen „Ja“. Aber nur rund 35 Prozent haben überhaupt abgestimmt – das ist deutlich weniger als die vorgeschriebenen mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten. Das ist das wenig eindeutige Ergebnis des Namensreferendums in Mazedonien. Hinzu kommt, dass das Referendum ohnehin nicht bindend war – über die Verankerung des neuen Namens „Nord-Mazedonien“ in der Verfassung entscheidet in einem zweiten Schritt das Parlament. So kommt es, dass beide Lager das Ergebnis so interpretieren, wie es in ihr Konzept passt. Die nationalkonservative VMRO-DPMNE spricht von einem Debakel für die Regierung und sieht sich in ihrer Position bestätigt, die Namensänderung bedeute für viele Mazedonier den Ausverkauf nationaler Interessen. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Zoran Zaev, der Architekt des Abkommens mit Griechenland, deutet das Referendum als Erfolg, schließlich habe ein Zitat riesige Mehrheit für eine Namensänderung gestimmt. Nun müsse das Parlament für das Abkommen stimmen, so Zaev, andernfalls werde es noch dieses Jahr vorgezogene Neuwahlen geben.

Der Namensstreit mit Griechenland

Der Namensstreit mit Griechenland zieht sich schon seit der Unabhängigkeit Mazedoniens 1991 hin. Und er ist zum gewichtigen Bremsklotz für die EU- und Nato-Ambitionen des kleinen Landes geworden. Griechenland legte immer wieder sein Veto dagegen ein. Die griechische Sorge: Aus dem Namen Mazedonien könnten sich Gebietsansprüche auf die Provinz Makedonien in Griechenland ergeben. Athen sorgte auch dafür, dass Mazedonien der Uno unter dem Namen FYROM beitreten musste: die Abkürzung steht für Former Yugoslav Republic of Macedonia. Nationalisten auf beiden Seiten verhinderten immer wieder eine Lösung im emotionsgeladenen Namenstreit. Im Juni 2018 dann der Durchbruch: Mazedonien akzeptiert den neuen Namen „Nord-Mazedonien“, Griechenland gibt im Gegenzug seine Blockadehaltung auf. Neben dem Namen regelt das Abkommen auch die offizielle Bezeichnung der mazedonischen Nationalität und Sprache, sowie Länderabkürzungen auf Autos oder in internationalen Organisationen wie der UNO. Die Namensänderung muss in der mazedonischen Verfassung verankert werden. Dafür notwendig ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament.

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Autor: Till Rüger

Kamera: Dejan Acevski

Schnitt: Roland Buzzi

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Kommentare (2)

Der Makedone am

Eine Entwicklung, die die germanophonen Journalisten nicht gefallen könnte, da die deutschsprachigen Gebiete ja seit 1848 sehr darum bemüht sind, die Länder des Balkan klein zu halten und damit ihren Einfluss in dieser Region gesichert zu sehen, die sich vom Osmanat befreiten.

Die Albaner, in ihrem Nationalismus durch Italien und den deutschsprachigen Gebieten nur so angestachelt, und auch nur über diese Nationen die Gründung des Staates Albanien zu erklären (selbst die Abtretung des griechischen Nord-Epirus, siehe Geschichtsbücher) haben folgendes in FYROM erklärt:

„Wir wollen nicht als Makedonen bezeichnet werden, wir sind Albaner.“

Was nun, liebe Mächte der EU, die sich selber vergößern (deutsche Wiedervereinigung), aber die Spannung in andere Gebiete tragen, und auch jüngere Erfindung (hier: geographisches Makedonien) mit dem 4000 jährigen historischen Makedonien gleichsetzen und damit die Glut des ständigen Spannungsherdes anheizen, obwohl sie wissen warum Tito dem südliche Gebiet Jugoslawiens den griechischen Namen gab und dort Slawen, Albaner (siehe oben), Roma, Türken und sonstige kleinere Ethnien leben.

Was nun?

Der Makedone am

Das Ergebnis ist unzweideutig: die Ethnien
– Albaner 33%,
– Südslawen 33%,
– Roma 12-15%
des ehemaligen Südjugoslawien haben NEIN gesagt zur NATO und EU.
Sie haben sich entschieden.
.
Demnächst könnten sich die Albaner dafür entscheiden, dass sie Zoran Zaev, der der anerkannten Roma-Minderheit (siehe oben) angehören dürfte, das Vertrauen entziehen.
.
Damit dürfte Zoran Zaev dann ins bodenlose stürzen.
Ein Grund für die Albaner, sich um die angestrebte Abspaltung zu kümmern.
Es ergibt ohnehin keinen Sinn, einen Staat künstlich am Leben zu halten, wenn es keine Nation dazu gibt.
– Albanien ist ein Staat mit einer albanischen Bevölkerung
– Kroatien ist ein Staat mit einer kroatischen Bevölkerung
– FYROM wäre ohne die Erfindungen Deutschlands des „geographischen Makedonien“ gar nicht zu begründen. Ein Land mit mehreren nichtmakedonischen Ethnien. Ein Treppenwitz der Geschichte.
.
Neben der deutschen Erfindung des „geographischen Makedonien“ gibt es auch das tatsächliche, das historische Makedonien, in Griechenland. Und dieses wird es auch dann noch geben, wenn sich FYROM längst aufgeteilt haben wird, was alsbald beginnt.

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