Blick über das kleine bulgarische Bergdorf Momchilovtsi in den Rhodopen. Foto: BR | Till Rüger

Das Geheimnis von Momchilovtsi
Was hat China mit bulgarischem Joghurt zu tun?

Schon die Fahrt in das kleine Bergdorf Momchilovtsi, zirka 200 Kilometer südöstlich von Sofia, ist ein Abenteuer: Mehrere Stunden geht es über holprige Straßen durch die bulgarischen Rhodopen, nah an die Grenze zu Griechenland. Dort gibt es angeblich den besten Joghurt, dessen guter Ruf sogar bis nach China reicht. Und die Menschen von Momchilovtsi haben ein Geheimnis: Sie leben besonders lange. Kommt das vom heimischen Joghurt oder von der guten Luft oder vom klaren Wasser? Genau diese Art der Joghurtherstellung haben die Chinesen für ihre Milch in China kopiert: ein paar Löffel Joghurtkultur „lactobacillus bulgaricus“ reichen dafür. Seitdem kommen nun chinesische Joghurt-Fans in die bulgarischen Rhodopen und folgen dem Pfad des „langen Lebens“, den sie aus der Werbung in China kennen. ARD-Korrespondent Till Rüger hat die Bewohner in ihrem Bergdorf besucht und wundert sich, warum alle auf einmal chinesisch lernen. Einmal im Jahr gibt es sogar ein Großes Joghurt-Festival – mit jährlich fast 5.000 Besuchern aus Fernost. Die bringen Geld und die Aussicht auf wirtschaftliche Entwicklung – eine gut gemachte TV-Kampagne machte Momchilovtsi im Reich der Mitte zum Synonym für Joghurt und langes Leben.

Bericht: Till Rüger

Kamera:  Tomislav Mihaylov

Schnitt: Günter Stöger

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