Google Maps-Vorschau - es werden keine Daten von Google geladen.

Die ungarische Regierung will 'Gender Studies' abschaffen. Grafik: Science Photo Library | picturedesk.com

Die ungarische Regierung will „Gender Studies“ abschaffen
Wer braucht schon „Genderologen“?

Am 3. September 2018 beginnt in Ungarn das neue Semester und Studierende können auch „Gender Studies“ belegen. Noch. Denn geht es nach der ungarischen Regierung, dann würde dieses Fach abgeschafft. Politisch und fachlich sei das nicht nötig, heißt es. Gender Studies seien Ideologie und keine Wissenschaft und  auch  wirtschaftlich nicht sinnvoll. Nun hagelt es Kritik an diesen Plänen, nicht nur aus der akademischen Welt.

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
0:00 | 0:00

Gender Studies sind, grob gesagt,  eine fachübergreifende Wissenschaft, die die Rolle des Geschlechts in der Gesellschaft erforscht . In Ungarn können Studierende an zwei Unis ihren Master darin machen. An der privaten CEU und der staatlichen Eötvös Loránd Universität,  kurz  ELTE. Dort werden unter anderem Sozialpsychologie, Soziologie gesellschaftlicher Geschlechter und Einführung in die Feministische Kultur und Literatur angeboten, sowie Theorie der  Antidiskriminierung und der Menschenrechte. Gegner der Gender Studies kommen vor allem aus konservativen Reihen, nicht nur in Ungarn. Meist diffamieren sie die Gender Studies als Ideologie, die keine Wissenschaft sei. Auch in Ungarn betonen die Gegner, die Geschlechterforschung sei nicht nur unnötig, sondern widerspreche dem christlichen Familienbild und den Werten, auf denen Ungarn traditionell beruhe.

 

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
0:00 | 0:00

Die Regierung Orban will die Gender Studies ab September 2019 aus den Unilehrplänen streichen und die Verbotspläne trafen die akademische Welt  mitten in der Sommerpause, verbunden  mit  nur 24 Stunden Zeit zur Stellungnahme. Andere waren vorbereitet: Niemand wolle „Genderologen“ und man bräuchte auch keine ausbilden, das erklärte etwa Vizeregierungschef Zsolt Semyen von der christlich nationalen Volkspartei, die mit der nationalpopulistischen Fideszpartei von Viktor Orban regiert.

 

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
0:00 | 0:00

In der kommunistischen Zeit wurden sogenannte bourgeoise Wissenschaften abgeschafft. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs habe das in Ungarn bisher keine Regierung mehr versucht, kritisiert die grün liberale LMP Partei und nicht nur sie. Auch die ungarische Rektorenkonferenz übt Kritik an den Regierungsplänen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung Orban sich in die Forschungsfreiheit an Universitäten einmischt und die verfassungsgemäß garantierte Bildungsfreiheit in Frage stellt. Der Konflikt mit der privaten amerikanischen Central European University ist ebenfalls noch nicht beigelegt, ob sie in Ungarn bleiben wird ist nach  wie vor offen.

Es war eine fachliche und politische Entscheidung. Die Regierung hat eine klaren Ansicht: Menschen sind als Mann oder Frau geboren. Sie führen dann ein Leben, wie sie es möchten. Aber der ungarische Staat, möchte solche Studien künftig nicht mehr finanzieren.
.

Kanzleramtsminister Gergely Gulyás

Mit welchen Mitteln die Gender – Verbotspläne der ungarischen Regierung genau durchgesetzt werden sollen, das ist im Moment unklar. An der staatlichen ELTE könnte die Finanzierung als Druckmittel eingesetzt werden. An der privaten CEU könnten ungarische Abschlüsse  nicht anerkannt werden. Noch ist es aber nicht soweit, denn der Widerstand gegen die Abschaffung von „Gender Studies“ in Ungarn, er hat sich formiert.

Einige wollen Genderismus als eine Wissenschaft darstellen. Doch es ist eine Ideologie und dient als Begründung für ein menschliches Experiment, das nicht besser ist als die Eugenik der Nazi-Zeit. Sogenannte Liberale möchten Sünden gegen die Menschlichkeit ausführen, genauso wie es Kommunisten und Nazis getan haben.

Laszlo Köver, ungarischer Parlamentspräsident

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
0:00 | 0:00

Gender ist keine Ideologie. Man kann es als Ideologie betreiben, aber die meisten arbeiten als Wissenschaftler, als Ökonomen oder als Historiker und sie betonen den Genderstandpunkt: also die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Endre Sík, Soziologe

Die Wissenschaft ist ein Bereich, in dem es noch ein Art Autonomie gibt. Das Orbán System hat sich einige Bereiche schon untertan gemacht, aber es gibt eben noch Bereiche, die autonom funktionieren.

Andrea Petö, Professorin an der CEU. Sie unterrichtet Gender Studies.
Was Sie noch interessieren könnte

Kommentare (1)

Cicada3301 am

Der Genderquatsch ist keine Wissenschaft! Gender Studies ist eher mit Voodoo oder Kreationismus zu vergleichen. Wissenschaft ist das jedenfalls nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.