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Kroatiens Premierminister Andrej Plenkovic bei einem Treffen mit Angela Merkel im Dezember 2016. Foto: picture alliance | AP Photo

´Wir setzen auf die deutsche Wirtschaft´
Kroatiens Ministerpräsident Plenkovic in Berlin

Es ist sein zweiter Besuch bei Angela Merkel seit seinem Amtsantritt im Oktober 2016  und Andrej Plenkovic setzt europapolitisch unverändert auf eine enge Kooperation und Abstimmung mit der deutschen Kanzlerin. „Wir haben hervorragende Beziehungen zu Deutschland, einen kontinuierlichen Dialog mit Bundeskanzlerin Merkel und vielen Ministern, in letzter Zeit waren dort Verteidigungsminister Krsticevic und Innenminister Bozinovic.“ Dabei seien Fragen der Zusammenarbeit der Polizei, der Verteidigung sowie die Migrationspolitik besprochen worden.

Das Credo des kroatischen Ministerpräsidenten lautet: „Wir wollen zu Kerneuropa“ gehören. Damit meint Plenkovic unter anderem – und dies ist eines seiner Daueranliegen – die Aufnahme Kroatiens in den Schengenraum und später, in die Euro-Zone. Das jüngste EU-Mitgliedsland misst dem Schutz seiner Grenze nach Süden, zu Bosnien-Herzegowina große Aufmerksamkeit bei. Vorwürfe von Flüchtlingen, sie würden beim Versuch kroatisches Staatsgebiet zu betreten von Grenzpolizisten teilweise unter Gewaltanwendung immer wieder zurück nach Bosnien-Herzegowina abgeschoben, weist Zagrebs Innenministerium als unbegründet zurück. Für den kroatischen Ministerpräsidenten geht es in Berlin allerdings um die Umkehr eines Trends, der nicht allein sein Land betrifft, sondern die übrigen Staaten des Westbalkans ebenfalls: Die Abwanderung junger Menschen ins westliche EU-Ausland. Aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit, sie liegt in Kroatien bei rund 30 Prozent, verlassen unverändert zahllose Kroaten ihre Heimat, um in Österreich, Deutschland oder den skandinavischen Ländern besser bezahlte Jobs zu erhalten. Für Regierungschef Plenkovic steht deshalb fest:

Das, was wir uns wünschen, sind mehr Investitionen der deutschen Wirtschaft in Kroatien, obwohl wirtschaftliche Beziehungen mit einigen Bundesländern, vor allem mit Bayern und Baden Württemberg sehr entwickelt sind, und unsere Partnerschaft allgemein im Rahmen der NATO und der EU ist sehr gut.

Andrej Plenkovic, Kroatiens Ministerpräsident

Plenkovic wird auch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier und Vertretern der Deutschen Industrie-und Handelskammer zusammentreffen. Was von deutscher Seite erwartet wird, ist vor allem der weitere Abbau von bürokratischen Hürden bei neuen Investitionen deutscher Unternehmen in Kroatien. Kroatiens Wirtschaft wird vom Dienstleistungssektor dominiert, der 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Ein Fünftel des kroatischen BIP stammt aus den Tourismuseinnahmen. Und unter den über 17 Millionen Touristen, die im vergangenen Jahr den Adria-Staat mit seinen langen Küsten besucht haben, nahmen die Deutschen mit 2,6 Millionen Platz 1 ein.

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Kommentare (1)

Hannes Hofbauer am

Die kroatische Regierung soll endlich ein „Geständnis“ ablegen, dass die bürokratischen Hindernisse haarsträubend sind und kaum westliche Unternehmen anlockt. Hier müssten Plenkovic & Co endlich den Hebel ansetzen.Dass die polizeilichen Übergriffe niemals eingestanden werden – obwohl durch viele Zeugen bestätigt – ist ein besonderes Problem des kroatischen Innenministers, der offenbar wie damals Politiker in Titos Zeiten alles in ein rosiges Licht setzen möchte…Dass bei der Autobahnpolizei teilweise weiterhin Korruption herrscht, beweisen Anhaltemethoden bei ausländ.Autolenkern, denen arge Verkehrsverletzungen vorgeworfen werden, doch dann gibt sich mancher Verkehrspolizist mit 50 Euro Schmiergeld plötzlich zufrieden – So läuft es täglich auch in Bosnien und Serbien….Gut für jene ausländ.Verkehrsteilnehmer,die tatsächlich wegen eines Delikts auffallen und dann sich freikaufen können.
Kroatien ist auch heute auf manchen Sektoren nicht EU-reif geworden – der sommerliche Glanz an den schönen Küsten kann über vieles hinwegtäuschen…..

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