Kroatische Fans jubeln auf dem Hauptplatz von Zagreb über den 2:1 Sieg im WM-Halbfinale. Foto: dpa-Bildfunk | Nikola Solic

„Es ist ein Wunder!“
Begeisterung in Kroatien nach dem Einzug ins WM-Finale

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In Kroatien herrscht Hochstimmung. Nach dem 2:1 Sieg im WM-Halbfinale gegen England im Moskauer Luschniki Stadion können Fußballbegeisterte ihr Glück kaum fassen und viele werden von der allgemeinen Freude mitgerissen. Zehntausende feierten alleine in der kroatischen Hauptstadt Zagreb bis spät in die Nacht. Sogar das regierungskritische Internetportal „Index“ will bis nächsten Dienstag nicht über Probleme berichten. Unter solchen Umständen könne man nicht objektiv sein und echte Nachrichten veröffentlichen, hieß es. Das verlorene Halbfinale gegen Frankreich bei der WM vor zwanzig Jahren ist vielen noch in Erinnerung, damals verlor Kroatien mit 1:2 gegen „Les Bleus“.

Zur Berichterstattung über die Probleme in Kroatien kehren wir 24 Stunden nach dem Finale zurück, in dem Kroatien gewinnen wird.

Das regierungskritische Nachrichtenportal „Index“ nach dem Halbfinal-Sieg der „Feurigen“ über England.

Die Feurigen

Anders als Serbien, Mazedonien oder gar der Kosovo kickten die Kroaten nach dem blutigen Zerfall Jugoslawiens international vergleichsweise schnell wieder auf hohem Niveau mit. Sie stärkten damit auch ein kroatisches Nationalbewusstsein, ganz im Sinne von Franjo Tudjman, dem ersten Präsidenten  nach der Unabhängigkeit 1991. Schon bei der Fußball WM 98 hatte das kroatische Team eine solide Basis. Der Grund : Es spielten kroatische Profis wie Zvonimir Boban, Davor Suker oder Robert Jarni mit.  Sie und andere kroatische Spieler bildeten schon in der jugoslawischen Jugendmannschaft  U20 den Stamm und waren 1987 Weltmeister geworden. Nach der WM 98 wurde der Nachwuchs im eigenen Land knapp und so griff das kroatische Nationalteam auf Spieler mit kroatischen Wurzeln im Ausland zurück. Darunter Nico Kovac,  heute Trainer beim FC Bayern München.  Im Erfolgsteam 2018 spielen Ivan Rakitic aus der Schweiz und Mateo Kovacic aus Österreich. Viele heutige Spieler der „Feurigen“ haben die kroatische Fußballschule durchlaufen. Auch der Kapitän des kroatischen Teams, Luka Modric.

So eine Regierungssitzung habt ihr noch nicht gesehen.

Andrej Plenkovic, kroatischer Regierungschef. Am Tag nach dem Einzug ins Halbfinale erscheint das Kabinett von Regierungschef Andrej Plenkovic in rot weiß karierten Trikots, den Farben Kroatiens.

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