Im Unterschied zu den führenden europäischen Museen wird in Belgrad das Erbe dieser Region aufbewahrt. Trotz des lange geschlossenen Gebäudes und der fehlenden ständigen Ausstellung versuchte das Nationalmuseum als Institution durch thematische Ausstellungen und Gastauftritte in anderen Museen und Galerien im In- und Ausland präsent zu bleiben. Foto: BR | Dejan Stefanovic

Serbisches Nationalmuseum wiedereröffnet
Im neuen Glanz

Jetzt ist es wieder offen – endlich, werden viele Kunst- und Kulturinteressierte sagen. Denn das Gebäude in Belgrads Innenstadt kannten die meisten Menschen entweder eingerüstet oder weitgehend verlassen. 2003 hatten sich die Behörden entschließen müssen, einen Großteil der Sammlungen wegen des schlechten Zustands des Museumsgebäudes auszulagern- darunter prähistorische Ausstellungsstücke ebenso wie die beeindruckende Gemäldesammlung mit Werken von Degas, Renoir, Matisse und Picasso.

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Bis 2015 konnten nur noch einige, kleinere Räume des Nationalmuseums für Sonderschauen genutzt werden. Erst dann begannen die eigentlichen Renovierungsarbeiten. Dass Serbien von 2003 bis Ende Juni 2018 ohne die nationale Kulturinstitution auskommen musste – das habe zahlreiche Gründe gehabt, räumt Serbiens Kulturminister Vladan Vukosavljevic bei der feierlichen Eröffnung unumwunden ein:   „Manchmal spontan, manchmal vielleicht weniger spontan, haben sich Fahrlässigkeit, Unverantwortlichkeit, Tatenlosigkeit und Inkompetenz vereint. Die Folgen für die serbische Kultur waren unter anderem auch die, dass eine ganze Generation junger Menschen vor dem Studienabschluss steht, die keine  Gelegenheit hatte, ihre Ausbildung mit direkten Erfahrungen aus der nationalen Schatzkammer des Kulturschatzes zu ergänzen.“

Die 15jährige Theodora bummelt mit ihren Klassenkameraden durch die komplett renovierten Ausstellungsräume, zum ersten Mal in ihrem Leben: Das sei interessant, das zu sehen, was sie bisher nicht hätte sehen können. Sie ist Jahrgang 2003, als das Museum geschlossen wurde, „so dass wir keine Chance hatten, die ständige Ausstellung zu sehen.“ Und ihre Freundin Irina, ebenfalls 2003 geboren,  ergänzt: „Ich hatte wirklich Pech, dass ausgerechnet als ich geboren wurde, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Serbien, vielleicht auch auf dem Balkan, geschlossen wurde. Ich beschäftige mich mit der Kunst, ich liebe die Kunst, so dass es wirklich deprimierend war, dass ich es bis zu meinem 14. Lebensjahr nicht geschafft habe, in dieses Gebäude reinzugehen. Es freut mich, dass ich so viele Gemälde gesehen habe, so verschiedene künstlerische Auffassungen der Menschheit.“

Doch die Museumslose Zeit ist in Belgrad mit diesem Wochenende vorbei. Bis 22 Uhr am Sonntagabend  stehen die großzügig gestalteten Ausstellungsräume den Besuchern kostenlos zur Verfügung.

 

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