Otto Wagner's Imperial Court Pavilion at Hietzing station,Vienna, Austria, Europe Bild: picture alliance/robertharding

Wegbereiter der Moderne
Otto Wagner

U-bahnstationen, Geländer, Brücken, die Krankenhausanlage am Steinhof mit der Otto Wagner Kirche oder die berühmte Postsparkasse. Wer in Wien lebt, lebt mit dem Schaffen des Architekten Otto Wagner. Sein Einfluss ist schon zu seinen Lebzeiten enorm und reicht weit über seinen Tod vor 100 Jahren hinaus. „POST OTTO WAGNER. Von der Postsparkasse zur Postmoderne“.  So heißt eine Ausstellung, die bis 30.September 2018 im Museum für angewandte Kunst in Wien, MAK, zu sehen ist. Sie thematisiert den weitreichenden Einfluss des berühmten Wiener Architekten und Visionärs auf seine  Schüler, darunter Josef Hoffmann, Josef Plecnik, Max Fabiani oder Rudolf Perco, die das zwanzigste Jahrhundert gedanklich mitgeprägt und mit zahlreichen, wichtigen Bauten gestaltet haben, unter die Gemeindebauten des „Roten Wien“. Otto Wagners Einfluss ist aber auch bei späteren Architekten wie Frei Otto, Shin Takamatsu, Walter Pichler oder Robert Venturi zu erkennen. In drei Kapiteln zeigt die Ausstellung anhand von Modellen, Plänen und Zeichnungen ein wichtiges Stück Architektur,-  und Stadtplanungsgeschichte. Darin sollen die Ideen für „Dimensionen, Formen und Konstruktionen der Großstadt“ deutlich werden. Führungen durch die,  dem MAK nahe gelegene, Wiener Postsparkasse sind ebenfalls möglich. Und der Gang durch das berühmte Jugendstilgebäude aus Eisen, Glas und Aluminium, dessen Fassade mit Marmorplatten verkleidet ist, lohnt sich. Die Postsparkasse drückt den sogenannten Nutzstil Otto Wagners aus. Zweckmäßig, nüchtern funktional und dennoch schön. Das Gebäude ist ein Meilenstein auf dem Weg vom Historismus zur Moderne, den auch Otto Wagner ganz persönlich zurückgelegt hat. Geboren 1860 rückt er immer mehr von traditioneller Bauweise ab und wird zum wichtigen Vordenker der Moderne.

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Kommentare (1)

Koloman am

Die Wiener Postsparkasse Otto Wagners ist wie die Alte Akademie in München von dem aggressiven Immobilienkonzern SIGNA 2013 aufgekauft worden. Das ganze Gebäude ist in einem perfekten, denkmalgerecht restaurierten Zustand. Nach über 100 Jahren wird dieses Jahr in einem Deal zwischen SIGNA und dem Cerberus-Konzern die Bankzentrale mit 1000 Beschäftigten umgezogen, um dieses wertvollen Meilenstein der Architekturgeschichte für Profit umzunutzen. Derselbe Vandalismus wie bei der Alten Akademie und auch hier, muss man leider sagen, mit Unterstützung des staatlichen Denkmalschutzes, der den Schutz auf Fassade und einzelne Räume reduziert. Hoffentlich kann die große Aufmerksamkeit im Otto-Wagner-Jahr sich die Öffentlichkeit aufraffen, das zu verhindern.

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