Penka mit ihrem Besitzer Iwan Charalampiew. Nach dem Willen der EU muss die Kuh getötet werden. Videostandbild: BGBNT - BALGARSKA NATIONALNA TELEVIZIJA

Eine Kuh im Visier der EU
Bulgarien bangt um Penka

14. Mai 2018. Die Kuh Penka grast  mit ihrer Herde in einem Wald an der bulgarisch-serbischen Grenze. Penka scheint in Gedanken versunken zu sein und passiert ohne Kontrolle den Grenzübergang Oltomanzi – Ribarzi. Damit hat sie die EU verlassen und ist in Serbien, das den Status eines Beitrittskandidaten hat. Aufnahmen von Videoüberwachungskameras „beweisen“ das. Zwei Wochen schlägt sich Penka dann in Serbien durch, bis sie von einem serbischen Landwirt aus Bosilegrad rund 40 km von der Grenze entfernt entdeckt wird. An der Markierung in ihrem Ohr erkennt er, dass Penka in Bulgarien zuhause ist und so kommt die braune Kuh zu ihrem bulgarischen Besitzer Iwan Charalampiew zurück. Doch dort ist sie nun nicht mehr sicher. Denn laut EU-Regel muss Penka nun eingeschläfert werden, auch wenn sie gesund ist. Der Grund: Sie ist ein Tier und hat ohne offizielle EU-Veterinärspapiere die Europäische Union betreten. Penka kann zwar die Bescheinigung eines serbischen Tierarztes vorweisen, dass sie gesund ist. Aber diese gilt in der EU nicht. Der Besitzer Iwan Charalampiew kämpft nun um ihr Leben und greift sogar zu einer Notlüge: Penka sei trächtig, sagt er, was sich später aber als falsch herausstellt. Diese Woche wurde Penka Blut abgenommen und ein Bluttest, der in Sofia durchgeführt wird, ist nun die letzte Hoffnung der Kuh. Viele Bulgaren sind empört, dass eine gesunde Kuh getötet werden soll, weil die EU es vorschreibt und rund 16.000 Menschen haben eine Petition an das Europaparlament unterschrieben. Der bulgarische Landwirtschaftsminister sagte, man werde sehen,  ob eine Ausnahme gemacht werden könne.

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