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Ungarisches Staatsfernsehen fällt auf Satire rein
Essen heißt jetzt Fasten

Es gibt Meldungen, die passen so gut ins Konzept einer Sendung, dass das journalistische Herz nur so hüpft. Blöd nur, wenn man vor lauter Herzklopfen vergisst, die Quelle zu recherchieren. So geschehen am Pfingstsonntag im ungarischen Staatsfernsehen, das den Ungarn ganz im Sinne der Regierung Orban seit Jahren eintrichtert, wie gefährlich Muslime seien und wie schwach die EU.

Die Hauptnachrichten, die sich auf Deutschland eingeschossen haben und häufig das Bild eines von Migranten überfluteten Landes zeichnen, berichten über Auseinandersetzungen in einem Flüchtlingsheim in Dresden – am Ende des Beitrages dann die Knallermeldung: Die Stadt Essen habe sich während des Ramadans vorübergehend in „Fasten“ umbenannt, weil die Muslime in der Stadt darum gebeten hätten. Ein Beweis für die Islamisierung Deutschlands – so die Botschaft.

Die Meldung ist natürlich frei erfunden und stammt vom Portal „Noktara“. Es handelt sich um „Ethno-Satire“, wie die „Noktara“-Macher auf ihrer Webseite erklären. Auch sonst ist Noktara ohne große Anstrengungen als nicht ernst gemeint zu erkennen. So schreiben die Macher in der Beschreibung ihres Twitteraccounts: „Nachrichten aus dem Morgenland, schon heute! Feinste Ethno-Satire. Wer nicht folgt, wird gesteinigt.“

Den Machern der Hauptnachrichten im ungarischen Staatsfernsehen ist das nicht aufgefallen. Vielleicht erschien ihnen die Meldung auch nur zu schön, um unwahr zu sein.

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