Foto: BR | Andrea Beer

Lieblingsplatz: Das Blaue Auge
Eine besondere Quelle in Albanien zieht viele in ihren Bann

Wer von der südalbanischen Küstenstadt Saranda ins Landesinnere Richtung Gjirokastra unterwegs ist, sollte sich Zeit für einen Zwischenstopp nehmen und dem Hinweisschild „Syri i Kaltër“ folgen. Ein befahrbarer Schotterweg führt rund zwei Kilometer am See von Bistrica entlang an einen geradezu magischen Ort. Inmitten von Eichen, Kiefern und Platanen liegt die wasserreichste Quelle des Landes. Pro Sekunde schießen rund sechs Kubikmeter Wasser nach oben in den klaren Bergsee „Syri i Kaltër“. Je nach Lichteinfall schimmert das sprudelnde Wasser in phantastischen Farben. Die Blau-, Grün- oder Gelbtöne und das ständige Blubbern der kalten Karstquelle sind von einem kleinen Aussichtsstand aus auch gut zu sehen. In Albanien kann es im Sommer über 40 Grade heiß werden, doch  die Temperatur des reinen Wassers liegt immer bei durchschnittlich zehn Grad. Wie tief diese ungewöhnliche Quelle wirklich ist, weiß bisher niemand genau und auch wo sich der Quelltopf des Wassers befindet ist nicht endgültig geklärt. Vermutlich gibt es ein großes unterirdisches Höhlensystem in dem Gebirge „Mali i Gjerë“.

Albanien war während der kommunistischen Diktatur von Enver Hoxha jahrzehntelang von der Außenwelt abgeriegelt. Damals besuchten nur hohe Kader des brutalen Systems in Albanien , das  faszinierende „blaue Auge“. Der Grund: Privatfahrzeuge waren verboten und nur Funktionäre besaßen Autos. Sie hatten damit die Möglichkeit, dorthin zu kommen. Zwar gab es auch zu kommunistischen Zeiten Busse, aber keine Linie fuhr das „blaue Auge“ an. Der Besuch mancher  Sehenswürdigkeit der Gegend war allerdings verboten, etwa die archäologischen Ausgrabungen in Butrint, denn der Ort liegt an der griechischen Grenze. Nur organisierten Gruppen war es früher möglich, dorthin zu kommen. Nach dem Zusammenbruch des Systems legten sich dann viele Albaner ein Auto zu und es gibt inzwischen auch Busse, die das Naturwunder „Blaues Auge“ oder die Stadt Butrint ansteuern. Eine Gelegenheit, die viele Albanerinnen und Albaner, aber auch ausländische Touristen nutzen. Im Sommer kann es in dem Schutzgebiet rund um die Quelle deswegen auch voll werden. Es gibt einen kleinen Souvenirstand und trotz Schutzgebiet wurde ein Restaurant gebaut, in dem man den typisch albanischen starken schwarzen Kaffee serviert bekommt. Trotzdem ist das „blaue Auge“ bisher ein idyllischer und irgendwie geheimnisvoller Ort geblieben.

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Kommentare (1)

Peter Kienesberger am

Besuchte letzte Woche das ‚Blaue Auge‘; das Umfeld ist leider in einem katastrophalen Zustand und total vernachlässigt. Offensichtlich standen dort dutzende Stände etc. an zwei Stellen – leider alles zerstört und am Boden liegend.

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