Plakat Kunstprojekt auf den Wiener Festwochen. Foto:BR | Ruslan Amirov

Kunstprojekt auf den Festwochen Wien
„Pod schütze Österreich – Reden zur Lage der Nation(en)“

Der Nationalstaat erlebt eine ideologische Renaissance. Als Folge der Flüchtlingsbewegung 2015/2016 machen sich immer mehr Staaten in Europa wieder zum alleinigen Herr über ihre Grenzen. Wer reinkommt, dass entscheiden wir! So zumindest der oft populistische Tenor aus den Parlamenten der Mitgliedsländer. Streit mit der Europäischen Union wird dabei gerne in Kauf genommen. Die souveränen Nationalstaaten wollen noch immer selbst über ihr Schicksal entscheiden. Doch spätestens seit Donald Trump ist klar, dass der Wunsch nach einer Rückkehr zum souveränen Nationalstaat und damit die Abschaffung gegenseitiger Abhängigkeiten nicht nur auf Europa beschränkt ist. Souveränität und Unabhängigkeit als Gesellschaftsmodell? Oder ist es doch nur ein verzweifelter Kampf nach Selbstständigkeit in Zeiten zusammenstürzender Glaubenswelten? Sieht so unsere Zukunft aus?

Aus dem Inneren des Sendestudios. Foto: BR | Ruslan Amirov
Aus dem Inneren des Sendestudios. Foto: BR | Ruslan Amirov

Wir leben in Abhängigkeiten – Wir müssen sie jedoch kontrollieren

Das sollte Sie auf keinen Fall, sagt der Kurator Alexander Martos. „Pod schütze Österreich – Reden zur Lage der Nation(en)“ heißt sein Kunstprojekt auf der diesjährigen Festwoche in Wien und das Streben nach Souveränität hält er für den falschen Weg. Aus einem gläsernen Würfel, direkt vor dem Parlament in Wien, senden Martos und sein Team ab dem 14.05. um 18 Uhr beinahe täglich sieben Episoden eines Podcasts zum Thema Souveränität; mitzuverfolgen im Live-Stream auf www.festwochen.at und an ausgewählten Hörstationen in Wien. Auch der Radiosender Radio Orange 94.0 überträgt die Reden zur Lage der Nation(en). Wissenschaftler aus den verschiedensten Disziplinen sollen mitreissende Reden halten. Mit einer „Abhängigkeitserklärung“ an die Staaten und Bürger Österreichs sowie Europas eröffnet der Philosoph Daniel Loick die Reihe. Denn im Miteinander läge nicht nur unsere Gegenwart, sondern auch unsere Zukunft. Das beträfe unseren Umgang miteinander, aber auch unser Verhältnis zu den Technologien der Zukunft. In kontrollierter Anhängigkeit zur künstlichen Intelligenz von morgen.

Was die Lage der politischen Öffentlichkeit in Österreich anbelangt, denke ich, dass wir vor sehr sehr schwierigen Zeiten stehen. Es gibt einen Meinungsumschwung in der Bevölkerung der rechten Kräften Aufschub gibt. Ich glaube wir müssen das politische Gespräch mit der Bevölkerung aufnehmen und Alternativen präsentieren.

Alexander Martos - Kurator

Alexander Martos, Kurator des Kunstprojekts „Pod schütze Österreich – Reden zur Lage der Nation(en)“

Video: Ruslan Amirov

Das Radio als Massenmedium

Der Titel soll bewusst an eine Rede des ehemaligen Bundeskanzlers Österreichs Kurt Schuschnigg erinnern. Dieser sagte in seiner Rede am 11. März 1938 die berühmten Worte „Gott schütze Österreich“ und besiegelte damit die Kapitulation vor Nazi-Deutschland. Dank des Radios waren seine Worte in ganz Österreich zu hören. Das Radio als Massenmedium funktioniert auch heute noch, so Alexander Martos. Podcasts tragen dazu bei.

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