Stillstand in Bosnien und Herzegowina
Drei gegen das System

Auch 23 Jahre nach dem Krieg präsentiert sich der Staat Bosnien und Herzegowina vor allem mit Mängeln: Einer sehr hohen Arbeitslosigkeit, einer auch im regionalen vergleich miserablen Infrastruktur und einer Luftverschmutzung auf dem Niveau Nordkoreas. Viele Menschen verlassen deshalb das Land: 150.000 sollen seit 2013 ins Ausland gezogen sein, das sind vier Prozent der Bevölkerung. Gleichzeitig zeigt sich in Bosnien und Herzegowina ein bemerkenswertes Defizit an politischem Willen und Können, die Probleme seiner Bürger zu meistern.

Das de facto geteilte Land wird seit Jahrzehnten praktisch ununterbrochen von Nationalisten regiert. Sie konservieren ein noch in Kriegszeiten erprobtes System der Angst vor der jeweils anderen Volksgruppe. Es ist ein Patentrezept für den grundsätzlichen politischen Machterhalt. Beobachter bezeichnen Bosnien und Herzegowina daher auch als sogenannten „Captured State“. Die nationalistische Politclique – so heißt es – habe das Land für sich vereinnahmt. Nur ein kleiner Machtzirkel profitiert. Leidtragend ist die Masse der Bürger.

Dem gegenüber steht eine eher ratlose und zersplitterte Zivilgesellschaft. Viele Menschen scheinen sich mit Ihrem Schicksal abgefunden zu haben. Resignation ist in Bosnien und Herzegowina geradezu eine Volkskrankheit: Denn wer aufbegehrt, wird entweder ignoriert oder diffamiert, im schlimmsten Fall sogar angegriffen.

Ein Feature über drei Menschen, die sich damit nicht abfinden wollen gegen die Narrative der Herrschenden aufbegehren.

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