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Rund 2000 Menschen nahmen Mitte März in Skopje am

Mazedonien erinnert an die Deportation jüdischer Bürger vor 75 Jahren
Schmerzhaft und kompliziert

Als sie fortgebracht wurden, wehte ein starke Wind und alle haben geweint. Ich bin in die „Engels Stube“ gegangen, wo meine Mutter Kellnerin war. Da habe ich gesehen wie die Deutschen und die Bulgaren die Leute zusammentrieben. Meine Mutter wusste nicht wo sie mich hinbringen sollte, denn mein Vater war schon gestorben und deswegen hat sie mich unter einem Tisch versteckt.

Mois Sarievski, Überlebender aus Bitola

Im Frühjahr 1943 beschließen die deutschen Nationalsozialisten, auch die etwa 12 000 Juden aus Thrakien, Mazedonien und Ostserbien zu deportierten und zu ermorden. Die Betroffenen leben zu dieser Zeit in Gegenden, die von Bulgarien besetzt sind und so finden die Internierungen und Deportationen mit tatkräftiger Unterstützung bulgarischer Soldaten und Polizisten statt. Bulgarien ist damals eine konstitutionelle Monarchie und mit Nazideutschland verbündet. Ab Mitte März 1943 werden die Menschen unter Bewachung bulgarischer Soldaten  und Polizisten in Lagern interniert. In den Deportationszügen werden sie dann Einheiten der deutschen Wehrmacht ausgeliefert.  Die Transporte gehen zum Donauhafen Lom, von dort aus auf Frachtkähnen nach Wien und dann weiter in das deutsche Vernichtungslager Treblinka. Anders als die jüdischen Bewohner in den von Bulgarien damals besetzten Gebieten, werden die knapp 50 000 bulgarischen Juden gerettet. Einer der Hauptgründe: Gesellschaft, einflussreiche Kirchenvertreter und liberale Politiker protestieren ganz offen dagegen und setzen sich mutig und entschlossen für ihre jüdischen Mitbürger ein, was auch auf Zar Boris III Druck macht.

Vor 75 Jahren wurde auf diesem Gebiet ein großes Verbrechen an unseren Mitbürgern verübt. Und jetzt am 75. Jahrestag erinnern wir daran, wie 7144 Juden aus Bitola, Skopje und Stip und anderen Gebieten des heutigen Mazedonien gefangen genommen und in der damaligen Tabakfabrik „Monopol“ eingesperrt wurden. Von dort aus wurden sie auf eine Reise geschickt, von der sie niemals zurückgekehrt sind.

Zoran Zaev, mazedonischer Regierungschef

In den letzten Wochen haben in Mazedonien Regierung und Parlament an die Ermordung der rund 12.000 Juden aus Mazedonien, Thrakien und Serbien (Pirot) erinnert. So nahmen rund 2000 Menschen nahmen an einem „Marsch der Lebenden“  durch Skopje teil zu dem auch Überlebende oder Gäste aus Israel und den USA angereist waren.

Aus dem Gebiet des heutigen Mazedonien wurden fast 7200 Menschen getötet. Sie stammten aus jüdischen Gemeinden in Stip, Skopje oder Bitola. Einer der wenigen Überlebenden ist Mois Sarievski aus Bitola. Er erinnert sich noch gut an das aufreibende Chaos dieser  Zeit. Mois Sarievski ist erst acht Jahre alt, als die Bewohner seiner Heimatstadt Bitola abgeholt werden.

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Der Holocaust fand als globales Phänomen auf dem gesamten Kontinent statt und hatte lokale Ausprägungen. Und in Mazedonien war es die bulgarische Verwaltung, die die Verbrechen begangen hat.

Paul Shapiro, Holocaust Museum in Washington beim Besuch einer Gedenkveranstaltung in Skopje

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