Das historische Medienprojekt von Frederick Baker zum Anschluss Österreichs an Deutschland 1938: die Zeituhr 1938. Hier eine Fotomontage wie die Projektion ab dem 11.3. auf dem Bundeskanzleramt aussehen wird. Foto: Kurier/ Gilbert Novy, Montage: Lost in the Garden / OTS

Der Medienkünstler Frederick Baker erfindet einen historischen Liveticker zum März 1938
„Heute wäre der 'Anschluss' ein Internetereignis“

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In Österreich wird in diesen Tagen an den sogenannten „Anschluss“ an Nazideutschland vor 80 Jahren erinnert. Am 12. März ist ein offizielles Gedenken in der Wiener Hofburg geplant  und schon zuvor gibt es Lesungen, Ausstellungen, Theaterstücke und viele Diskussionen, unter anderem im Wiener Burgtheater. Ein paar hundert Meter weiter steht das Bundeskanzleramt. Dort wird am Sonntag, ab 18 Uhr eine große digitale Zeituhr an der Außenfassade zu sehen sein.  Sie ist auch 24 Stunden lang online und zeigt als eine Art historischer Live-Ticker den vielschichtigen Ablauf der Ereignisse vom 11.- 12.3.1938.

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Die Idee zur digitalen Zeituhr hatte der britisch-österreichische Filmemacher und Medienkünstler Frederick Baker.  Geschichte ist nie nur ein Ereignis, sondern findet parallel und an vielen Orten gleichzeitig statt, sagt Frederick Baker, der das Projekt gemeinsam mit renommierten österreichischen Historikerinnen und Historikern umgesetzt hat. Heute wäre der „Anschluss ein Internetereignis“, ist er sicher. Mit Blogs, Breaking News oder Livestreams im Netz. Deswegen möchte er den „Anschluss“ auch für für eine jüngere Internetgeneration sichtbar machen. 200 Schlüsselereignisse dieser 24 Stunden sind graphisch aufbereitet und zeitgleich zu sehen, darunter Radionachrichten, Polizeifilme, erste Verhaftungen,  aber auch Naziaufmärsche oder Reaktionen aus dem Ausland, sowie die Angst von Zeitzeugen, Tagebücher oder private Fotos.

Frederick Baker erklärt wie sein historische Zeituhr funktionieren wird

Video: Andrea Beer

Die Idee zur digitalen Zeituhr hatte der britisch-österreichische Filmemacher und Medienkünstler Frederick Baker. Die Zeituhr war schon vor der schwarz-blauen Regierung geplant, doch durch die Regierungsbeteiligung der rechtspopulistischen FPÖ bekomme das Gedenken eine besondere Spannung und eine gewisse Dialektik, sagt Baker mit Blick auf die Nazilieder Skandale der jüngsten Zeit in zwei österreichischen Burschenschaften, die die FPÖ zur „Aufarbeitung ihrer Parteigeschichte“ und einer FPÖ-nahen Historikerkommission genötigt hat. Was die die digitale Zeituhr angeht, hat Frederick Baker auch noch eine ganz unhistorische Sorge: „Ich hoffe, das Ganze stürzt nicht ab.“

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