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Die Markthalle in Gevgelija wird Donnerstags am meisten frequentiert. Dann kommen viele Griechen über die Grenze, um frisches Gemüse aber auch Haushaltswaren und Bekleidung günstig hier zu kaufen. Foto: BR | Schaban Bajrami

Wem gehört der Name Mazedonien?
Streit um das „M-Wort“

In der Markthalle im Grenzort Gevgelija treffen Mazedonier und Griechen täglich aufeinander. Weil die Preise hier deutlich günstiger sind, fahren viele Griechen hierher, um einzukaufen, zum Frisur oder zum Arzt zu gehen. Zum Namensstreit zwischen den beiden Ländern hat hier zwar jeder eine Meinung – im Alltag der Menschen scheint er aber keine große Rolle zu spielen.

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Ganz anders in den beiden Hauptstädten Skopje und Athen. Bei Massenkundgebungen und Demonstrationen zeigen in beiden Städten viele Bürger ihren Unmut gegen die Beilegung des Namensstreits. Die Griechen möchten nicht, dass das mehrheitlich slawischsprachige Nachbarland so heißt wie die eigene Nordprovinz Mazedonien, die Hartliner lehnen sogar einen Namenszusatz ab, solange das Wort „Mazedonien“ im Namen vorkommt. Auf mazedonischer Seite lehnen die dortigen Hardliner wiederum jede Änderung ihres Landesnamens ab.

 

Dabei waren die Chancen für eine Lösung in der festgefahrenen „M-Frage“ lange nicht so gut wie heute. In beiden Ländern sind Regierungschefs an der Macht, die nationalen Ballast abwerfen wollen. Beispiel Mazedonien: Während die vorherige national-konservative Regierung wenig Kompromissbereitschaft gezeigt hatte, setzt sich der neue sozialdemokratische Ministerpräsident Zoran Zaev für eine Lösung ein. So hat Mazedonien als Zeichen guten Willens den Flughafen in Skopje und eine wichtige Autobahn umbenannt. Beide waren nach Alexander dem Großen benannt, eine Provokation aus griechischer Sicht, zählt der antike Feldherr doch zum nationalen Mythos Griechenlands.

Unser Mitarbeiter Sasko Golov macht ein letztes Selfie vom Autobahnschild. Im Zuge der Beilegung des Namensstreits wurde auch die 'Autobahn Alexander der Große' in 'Autobahn der Freundschaft' umbenannt. Foto: BR | Schaban Bajrami
Unser Mitarbeiter Sasko Golov macht ein letztes Selfie vom Autobahnschild. Im Zuge der Beilegung des Namensstreits wurde auch die 'Autobahn Alexander der Große' in 'Autobahn der Freundschaft' umbenannt. Foto: BR | Schaban Bajrami

Als Kompromiss im Gespräch sind neue zusammengesetzte Namen, die allesamt den Namen Mazedonien enthalten – etwa Nord-Mazedonien und Neu-Mazedonien. Der mazedonische Ministerpräsident Zaev hatte sich Anfang Februar bereit erklärt, eine Lösung zu akzeptieren, die den Namen Mazedonien als geografische Bezeichnung enthält. Das wäre auch für Griechenland akzeptabel, sofern Mazedonien vertraglich zusichert jegliche Gebietsansprüche an die Nachbarprovinz auszuschießen.

 

Dann könnten Mazedonien und Griechenland nach fast 27 Jahren Gezänk endlich zur Normalität übergehen. Wie das funktionieren kann, lässt sich in der Markthalle von Gevgelija gut beobachten.

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Kommentare (4)

Xaver Schapfel am

Tja, das mag ja stimmen. Leider haben die Römer dann die Makedonen besiegt und eine grosse römische Provinz eingerichtet, die nicht nur das Makedonien Alexanders, sondern auch das heutige Nordmazedonien umfasste. Und in den folgenden Jahrhunderten wurde das gesamte Gebiet dann auch von den Osmanen auch als Mazedonien bezeichnet. Und wenn man von den zwischenzeitlichen Machthabern (Römer, Osmanen) als Mazedone bezeichnet wird, kann man als Bewohner dieses Gebiet ja schon auf den Gedanken kommen, dass man „Mazedone“ ist. Geht übrigens den heutigen Sachsen auch so. Die wären bestimmt auch beleidigt, wenn man ihnen sagen würde, dass sie keine Sachsen sind, weil sie mit dem Volksstamm der gegen Karl den Großen kämpfte nichts zu tun haben.

    Der Makedone am

    Werter Xaver, Sie reden blanken Unsinn.
    Schärfen Sie Ihr Bewußtsein und prüfen nach, ab wann die Jugoslawen von einer „makedonischen“ Ethnie zu sprechen begannen, und warum sie es taten.

    Denken Sie dabei an das griechische Sprichwort aus der Zeit des philosophischen (nichtchristlichen) Griechenland: „Hättest Du Dein Maul nicht aufgerissen und Blödsinn gebölkt, so dächte ich weiterhin, Du seiest ein Philosoph“.

    Optimal: Aufteilung des Staates FYROM

    Das Beste wäre, wenn dieser künstlich geschaffene Staat aufgelöst würde.
    Die Namensänderung von Südjugoslawien auf „Nordmakedonien“ ist ein Treppenwitz der Geschichte, wenn man sachlich berücksichtigt, was diverse Führer bisweilen sagten:

    Einige Stimmen:
    # Ex-Präsident Kiro Gligorov: Wir sind keine Makedonen.
    # Ex-Präsident Ljubco Georgievski: Wir sind Slawen.
    # Bürgermeister von Skopje Petre Šilegov am 11.02.2018: „Alexander the Great was never part of FYROM’s history“
    # Dimitrov, Außenminister, 21.06.2018: „Wir sind Slaven, wir sind keine Makedonen, wollen aber als Makedonen genannt werden.“

    Wir würden nicht eine Sekunde einen Staat Bayern ausserhalb Bayerns (Deutschlands) akzeptieren, aber Deutschland drängt Griechenland zu diesem schritt. Warum?
    Aus dem Grund, aus dem es einst auch den Begriff „geographisches Makedonien“ erfand, obwohl es diesen nicht gibt. Fragen Sie nach, wer den Unterschied der Begriffe „historisches“ und „geographisches“ Makedonien kennt, und schon hätten Sie etwas mehr der Klarheit.

    Das Gebiet von FYROM liegt zu ca. 93% auf dem historischen Gebiet von PAIONIEN.
    Aber gut, wenn die Bevölkerung von FYROM, die aus Slawen, Roma, Albanern und Minderheiten besteht, immer mehr in den griechischen Kulturraum eingebunden werden will, so möge es geschehen. Man sollte aber eines nicht verdrängen, dass man sich nur im Netz verstecken kann, im Alltag ist es schon anders. Der eventuelle neue Name „Nord-Makedonien“ klingt wie der der griechischer Provinzen Zentral-, West- und Ostmakedonien.

    Die Albaner werden, das ist meine Überzeugung, auf eine Vereinigung der albanischen Gebiete drängen, was dem Grunde nach nicht falsch wäre. Die Aufteilung des Balkans in kleine Staaten dient nur dem Interesse gewisser (auch ehemaliger) großer mitteleuropäischer Staaten, der jetzt nicht mehr als Lebensraum ausgewiesen wird, sondern als Wirtschaftsraum, mehrere kleine Supermärkte (Staaten) als Konsumenten der eigenen Produkte, frei jeder Konkurrenz, auf niedrigstem Lebensstandard.

    Ich meine Inzwischen, dass die künstliche Lebenserhaltung des Staates FYROM nur einen Zweck dient: die Albaner sollen nicht in einem gemeinsamen Staat zusammenkommen, sondern in der EU aufgehen. Damit übernimmt die EU die Politik des Diktators Tito, der die Albaner auch innerhalb seines jugoslawisch geprägten Balkans vereint sehen wollte, aber eben nicht in einem eigenen albanischen Staat.
    Und um das zu erreichen wird den Slawen und Albanern massiver falscher Nationalismus eingeimpft, sie geben sich als etwas aus, was sie nach eigenen Worten nicht sind, aber so genannt werden wollen.

    Früher: „Hast Du mal ’ne Mark?“
    Heute: „Hast Du mal ’ne mehrtausendjährige glorreiche Vergangenheit, damit ich auf dem Balkan nicht untergehe“.

    Titos geheime Pläne für den Balkan
    https://www.kosmo.at/der-geheime-plan-von-josip-broz-tito-so-wuerde-jugoslawien-heute-aussehen/

Der Makedone am

Folgenden Satz habe ich bislang wohl überlesen, er stammt vom Mitarbeiter der ARD Schaban Bajrami, der auch Artikel hier verfasst/e:
=> „Wir sind stolz auf unsere ruhmreiche Geschichte, vor allem auf Alexander den Großen, der uns aber nicht allein gehört, deswegen haben wir Probleme mit unseren Nachbarn Griechenland.“

=> Wir sind stolz auf unsere ruhmreiche Geschichte
=> vor allem auf Alexander den Großen
=> der uns aber nicht allein gehört
=> deswegen haben wir Probleme mit unseren Nachbarn Griechenland

Wie sieht die Faktenlage aus?
FYROM gesteht ein:
– der Name Makedonien ist NUR aus dem Griechischen übersetzbar
– griech. Namen Makedonien erst 1944 durch Tito erhalten
– KEIN Bezug zum historischen Makedonien
– Alex NIE Teil der Historie von FYROM (Skopje-Bürgermeister jüngst)
– DREI staatstragende Völker Slawen, Albaner u. Roma, alle keine Makedonen
– sprechen einen slawischen (bulgar.) Dialekt (Vergleich: Österreich zu DE).
– FYROM liegt zu 93% auf dem Boden des historischen PAIONIEN.
————————-
Nun, Herr Schaban Bajrami, WIE sind Ihre Inhalte mit Blick auf den Kodex des Journalisten (=> Pressekodex) zu verstehen?
1. Wahrhaftigkeit
2. Sorgfalt
3. Richtigstellung
4. etc.

Der Leser hat ein Recht auf eine Berichterstattung frei der bewussten Irreführung. Mit Blick auf die Zukunft sollten wir uns nur nach der Wahrheit strecken. Bisweilen wurde genug verfälscht, es sollte ein Ende nehmen.

Trotz allem verstehe ich nicht, warum sich die Bevölkerung von FYROM, die das oben eingestanden hat, und aus Albanern (sie sich abspalten wollen), Slawen und Roma sowie Minderheiten besteht, weiterhin den griechischen Namen haben wollen.
=> Welchen logischen Grund gäbe es dafür?
=> Warum gehen sie dann nicht den Weg der DDR/BRD und werden Teil Griechenlands?

Der Makedone am

Na, WEM gehört der Namen Makedone?

Drei Optionen:
a) denen, die sich schon vor ca. 3000 Jahren Makedonen nannten und dem Gebiet ihren Namen gaben (siehe Schulbücher) und sich als griechischen Stamm sahen/sehen,
b) den zugewanderten Slawen, die zur Zeit Alexanders in den Tiefen der Ukraine lebten,
c) den zugewanderten Roma, die zur Zeit Alexanders am Ganges lebten.

Die Albaner haben ihre eigene Identität.

Zur Auffrischung:
„Alexander the Great was never part of FYROM’s history“
(Bürgermeister von Skopje Petre Šilegov am 11.02.2018)

Die Antwort auf die Frage wird nun sehr schwer ausfallen.
(Der Makedone)

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