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In Pristina sind die Straßen für die Feierlichkeiten anlässlich der 10jährigen Unabhängigkeit geschmückt. Foto: BR | Besnik Hamiti

10 Jahre Unabhängigkeit des Kosovo
Zwischen Euphorie und Ernüchterung

Der Weg war lang, blutig, heftig umstritten und das Ziel wurde am Ende mit Hilfe eines NATO-Kriegs erreicht. Am 17.02.2008 wurde der Kosovo ein unabhängiger Staat und das wird landesweit gefeiert.

Regierung und Parlament halten eine Sondersitzung ab und die in Pristina geborene britische Sängerin Rita Ora gibt ein Konzert. Für die albanische Mehrheit der Menschen im Kosovo ist es ein Freudentag, für die Serben im Kosovo nicht. Rund 60.000 leben im Norden des Landes und die meisten lehnen den Gesamtstaat Kosovo ab. Serbien erkennt den Kosovo bis heute nicht an und bis heute sorgt die internationale KFOR-Truppe für Sicherheit im Land. Eine eigene Armee hat das Land bisher nicht. In der umstrittenen Statusfrage braucht Belgrad – auf dem Weg in die EU – unbedingt eine Einigung mit Pristina. Doch die Gespräche sind kompliziert. Alle Bürger im Kosovo vereint aber die schwierige wirtschaftliche Lage. Denn es gibt inzwischen zwar eine wohlhabende Mittelschicht, doch die Mehrheit der Menschen kommt kaum über Runden.

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Der kleine Ort Junik bei Peja/Pec. Die Gegend ist eine ehemalige Hochburg der sogenannten Kosovobefreiungsarmee UCK. Ende der 90er kam es auch hier zu starken Kämpfen. Danach waren viele der traditionellen Steinhäuser (Kullas) zerstört. Dank EU-Geldern und der engen Zusammenarbeit von Leonard Llulloni, Tourismusdirektor (li.) und Agron Kuqi, Bürgermeister (re.) von Junik wurden einige davon für den Tourismus renoviert. Foto: Leonard Llulloni
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Ob Albaner, Roma, Gorani oder Serben. Viele wurden durch die Zerfallskriege Jugoslawiens und die Folgen wirtschaftlich und menschlich stark beeinträchtigt. Die Albaner vor allem durch Armee und Polizeieinheiten des Regimes des früheren serbisch nationalistischen Präsidenten Slobodan Milosevic, der unerbittlich gegen die Zivilbevölkerung vorging. Es entstand die sogenannte Kosovobefreiungsarmee UCK, die ihrerseits serbische Zivilisten tötete und vertrieb. Geschichte, die auf beiden Seiten nicht aufgearbeitet ist.

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Wie ist die Stimmung in Mitrovica?

Die Stadt ist zwischen Serben im Norden und Albanern im Süden geteilt. In dem Streit hat die Brücke über den Fluss Ibar symbolische Bedeutung erlangt.

 

Beitrag: Andrea Beer | Dejan Stefanovic

Material: Andrea Beer | Dejan Stefanovic | Besnik Hamiti

Mitarbeit: Christine Dériaz, Philip Kuntschner

Video: Karin Straka

 

Nach dem Kosovokrieg 1999  wurde die UCK entwaffnet, ihre ehemaligen Mitglieder geben heute in der Politik den Ton an. Darunter Präsident Hashim Thaci und Regierungschef Ramush Haradinaj. Nach dem Krieg machte sich die internationale Gemeinschaft mit viel Enthusiasmus daran, das Land aufzubauen, doch Balkanexperten haben heute den Eindruck, dass auch die Europäische Union eher ratlos ist, wie es in dem jüngsten Staat Europas weitergehen soll. Zwar hat sich durchaus etwas getan im Kosovo, doch sowohl der Norden, als auch der Süden müssen mit Korruption, Klientelismus und politisch schwachen oder desinteressierten politischen Eliten kämpfen. Der Weg war lang, blutig, heftig umstritten und er ist noch nicht zu Ende.

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Kosovo 10 Jahre nach der Unabhängigkeit

Die junge Kosovarin Uta Ibrahimi erzählt von Hoffnung und Realität.

 

Video: Tamara Link

Kamera: Sahid Kokolli

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