Der Stein des Anstoßes. Diese Montage teilte Heinz-Christian Strache auf seinem privaten, aber öffentlichen Profil. Darüber stand ein kleiner Smiley und das Wort „Satire“. Screenshot: facebook.com/strache

FPÖ-Chef Strache greift ORF-Moderator Wolf auf Facebook an
Alles nur Satire?

Ein nicht gelöschter, privater Facebookeintrag von FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache sorgt für Streit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Österreich, ORF. Es geht um eine Fotomontage die Armin Wolf zeigt, einen der Moderatoren der „ZIB2“, die wichtigste Nachrichtensendung im ORF-Fernsehen.

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Derartige Attacken einer Regierungspartei auf Journalisten persönlich und unabhängige Medien wie den ORF, hält Armin Wolf demokratiepolitisch für bedenklich. Armin Wolf will Strache nun verklagen, der ORF fordert eine Entschuldigung. Der Vizekanzler soll den Facebookeintrag löschen. Das tat dieser bisher nicht, sondern ergänzte ihn um einen kurzen Text. Es täte ihm leid, wenn Armin Wolf den Post persönlich nehme. Der Facebookeintrag sei ein Faschingsscherz.

HC Strache: "Das war mein Beitrag zum Faschingsdienstag"

Zum Anlass für seinen Angriff auf Armin Wolf und den ORF, nimmt Österreichs Vizekanzler einen Fehler, den der ORF Tirol gemacht hat. In einer Wahlkampfreportage wurde der Tiroler FPÖ-Spitzenkandidat Markus Abwerzger gezeigt, im Gespräch mit einem offen antisemitischen Passanten, gegen den inzwischen die Staatsanwaltschaft ermittelt. „Das soll man nicht sagen, jeder Mensch hat seine Würde, jeder Mensch hat seine Rechte“, so reagierte der FPÖ Politiker auf die Aussage des Passanten, was der ORF nicht mehr zeigte. Ein Fehler, findet auch inzwischen der ORF selbst. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz, dessen ÖVP mit den Rechtspopulisten regiert, rief heute dazu auf, die Emotionen aus der Debatte zu nehmen. Seinen Vizekanzler kritisierte Kurz jedoch nicht.

Sebstian Kurz: "Müssen Emotionen aus der Debatte nehmen"

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Regelmäßig werden Journalistinnen und Journalisten von FPÖ-Politikern als „linke Meinungsdiktatoren“ diffamiert, die unausgewogen und manipulativ berichten würden. Kein Wunder, denn sie greifen die Politik der Rechtsdemagogen analytisch auf und enthüllen immer wieder deren neonazistische und antisemitische Skandale. So wie zuletzt die Nazi-Liederbuchaffäre bei der Burschenschaft Germania.

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