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Wiener Gebietskrankenkasse Zentrale am Wiener Berg. Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com

In Deutschland umstritten, in Österreich Realität: Die Bürgerversicherung
Land der Versicherten

Alle zahlen ein – alle bekommen die gleiche Leistung: In Österreich sind alle Erwerbstätigen verpflichtend und automatisch krankenversichert, auch Selbstständige, Großverdiener und sogar Beamte. Je nach Berufsgruppe werden die Versicherten einem der 21 Versicherungsträger zugewiesen – sie können die Krankenkasse also nicht frei wählen. Das hat einen Nebeneffekt: Da die Krankenkassen nicht um Patienten konkurrieren, müssen sie auch keine Werbung machen und halten ihre Verwaltungskosten damit auf einem sehr niedrigen Niveau.

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Beitrag: Till Rüger

Kamera: Markus Grohs, Daniel Dzyak

Schnitt: Roland Buzzi

Die Krankenkassenbeiträge bestimmt in Österreich der Gesetzgeber für alle Versicherten und alle Krankenkassen. Zur Zeit teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Krankenkassenbeitrag von etwa 7,5 Prozent. Zum Vergleich: in Deutschland ist der durchschnittliche Beitragssatz mit 14,6 Prozent fast doppelt so hoch.

 

Die Leistungen von niedergelassenen Ärzten werden vollständig aus den Beitragseinnahmen der Sozialversicherungsträger bezahlt. Krankenhäuser werden hingegen vom Staat mitfinanziert. Bund, Länder und Gemeinden schießen hier jedes Jahr Milliarden an Steuergeldern zu. Unter anderem deshalb gilt das österreichische Gesundheitssystem als vergleichsweise teuer: EU-weit lag Österreich 2015 bei den staatlichen Gesundheitskosten an vierter Stelle. Die Gesundheitsausgaben machten fast 11 Prozent des BIP aus und lagen damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt.

 

Allerdings ist auch in Österreich ist die „Zweiklassenmedizin“ kein Fremdwort. Zum einen gibt es auch hierzulande private Zusatzversicherungen, zum Beispiel die so genannte „Sonderklasse-Versicherung“, mit der man sich im Krankenhaus ein Einzelzimmer sichert oder darauf bestehen kann, vom Chefarzt behandelt zu werden.

 

Viele Österreicher, die es sich leisten können, gehen außerdem zu so genannten Wahlärzten. Das sind Ärzte ohne Kassenvertrag, die ihre Leistungen direkt mit dem Patienten abrechnen. Diese können sich einen Teil dann von ihrer Krankenversicherung zurückerstatten lassen, den Rest zahlen sie selbst. Der Vorteil für die Patienten: Wahlarztpraxen sind bei weitem nicht so überfüllt, wie die von Kassenärzten, die Wartezeiten sind erheblich kürzer. Das Problem: In einigen Wohngegenden – nicht nur auf dem flachen Land – ist es nicht immer einfach, einen Kassenarzt zu finden, der noch Patienten aufnimmt. Wer sich keinen Wahlarzt leisten kann, muss dann ins Krankenhaus. Das ist teuer und nicht immer medizinisch sinnvoll.

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Kommentare (1)

Marion Ohlwein am

Glückliches Östereich!
Wie schön, dass es dort eine „Bürgerversicherung “ gibt.So ähnlich soll es auch in Spanien und Frankreich strukturiert sein. Wahrscheinlich noch in weiteren Europäischen Ländern .(Schweden,England Finnland ect.)

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