Zerstörte Schulen und Krankenhäuser in Syrien. Die arabischen Länder stecken den Kopf in den Sand, während sich viele Syrer auf ihre gefährliche Reise nach Europa begeben, um dort in Frieden leben zu können. Foto: BR | Schaban Bajrami

Ausstellung „small room project“ (Skopje, Belgrad, Kopenhagen, Brüssel)
Tränen waren unser Trinkwasser

Sie wurden geschlagen, vergewaltigt, ausgeraubt oder entführt. Manche starben an Schwäche und Krankheit, Andere wurden von skrupellosen Schleppern ermordet und verscharrt. Die meisten der betroffenen Menschen aus Syrien oder Afghanistan, erlebten ihre riskante Flucht über die Balkanroute aber vor allem auch als tiefen Eingriff in ihre Menschenwürde. „small room project“ heißt das Kunstprojekt um den griechischen Aktivisten Vasilis Tsartsanis aus Thessaloniki, das unter andrem auf Initiative der Nichtregierungsorganisation Legis in Skopje gezeigt wurde.

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Tsartsanis und seine Mitstreiter hielten nicht nur jahrelang Kontakt zu Menschen auf der Flucht, sondern fanden auch die Künstler unter diesen. Die Wanderausstellung „small room project“ zeigt unter anderem Fotos, darunter eindrucksvolle schwarz-weiß Porträts. Andere zeigen den Fluchtalltag der Menschen, sie warten, sie verzweifeln, sie sind verletzt, sie laufen und laufen. Tränen waren das Trinkwasser, heißt es an einer Stelle und manche der beklemmenden Aquarelle scheinen direkt aus einer seelischen Hölle zu stammen. Die Videos, Fotos, Kinderzeichnungen oder Aquarelle sollen auch die Mazedonier erreichen. Denn auch in den Ländern entlang der Balkanroute hat diese intensive, schmerzhafte Zeit etwas ausgelöst. Durch das kleine Mazedonien liefen zwischen 2015 und 2016 mindestens achthunderttausend Menschen. Viele halfen, aber es gab auch strikte Ablehnung und die damalige Regierung Grujevski baute schließlich meterhohe Zäune und ließ auf die Menschen sogar mit Tränengas und Blendgranaten schießen. Den Ausstellungsbesucher Jordan Velinosvki aus Skopje haben vor allem die Aquarelle beeindruckt, und: „Es ist auch eine sehr politische Ausstellung, denn sie zeigt die politische Lage in der Türkei, in Syrien im Irak oder in Afghanistan.“

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Vasilis Tsartsanis - Ausstellung "small room project" in Skopje

Video: BR | Schaban Bajrami

Wir waren müde, auch weil wir nicht genügend zu essen hatten. Wir sind viel gelaufen und haben nicht genügend gegessen. Wir sind jeden Tag zehn, zwölf Stunden gelaufen, immer im Dunkeln.

Flüchtling

Dann kamen wir in ein Dorf, das letzte Dorf in Mazedonien (Anmerkung an der Grenze zu Serbien). Da war ein großes Haus mit vielen Menschen aus Syrien, die alle ihr Geld verloren hatten, weil sie von Schleppern ausgeraubt worden waren. Sie waren gefangen und durften dieses Haus solange nicht verlassen, bis sie noch mehr Geld bezahlen würden.

Flüchtling

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