Bus- und Bahnverkehr in Mazedonien werden ebenso vom internationalen Polizeikontingent hinsichtlich illegal eingereister Personen kontrolliert. Foto: BR | Michael Mandlik

Intensive Polizeikontrollen an mazedonisch-griechischer Grenze
Mehr Flüchtlinge vor dem Wintereinbruch

Ein eiskalter Wind pfeift über den doppelreihigen Sperrzaun an der mazedonisch-griechischen Grenze und erfasst die Kleidungsreste, die zerfetzt im Stacheldraht hängen. Augenscheinlich sind sie noch nicht lange da. An mehreren Stellen sind Löcher im Zaun, auf mazedonischer Seite abgedichtet mit noch mehr Stacheldraht.  In regelmäßigen Abständen pflügen Polizeijeeps aus unterschiedlichen Ländern durch den matschigen Kontrollweg entlang des Grenzzauns. Kein Zweifel: entlang des Grenzabschnitts zur mazedonischen Stadt Gevgelija versuchen jetzt vermehrt Flüchtlinge, noch vor Wintereinbruch aus Griechenland über oder durch den Sperrzaun nach Mazedonien und danach weiter Richtung Norden zu gelangen.

Beitrag: Michael Mandlik

Kamera: Daniel Dzyak

Schnitt: Roland Buzzi

100 illegale Grenzüberschreitungen pro Woche

Dabei wird gerade diese Grenze massiv überwacht. Polizeieinheiten aus sieben Ländern (Österreich, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien) unterstützen die mazedonische Grenzpolizei. Sie haben modernste Technik im Einsatz wie etwa hocheffiziente Nachtsichtgeräte. Damit können tags wie vor allen Dingen auch nachts Areale im Umkreis von 15 Kilometern nahezu lückenlos observiert werden. Derzeit an die 100 illegale Grenzüberschreitungen pro Woche wurden und werden auf diese Weise registriert.

Zwei gegenläufige Flüchtlingsrouten

Hinzu kommt die intensive Überwachung des Bahn- und Busverkehrs im Inland. Denn viele der Flüchtlinge und Migranten, die es zuvor von Griechenland über Mazedonien bis nach Serbien hin zur ungarischen Grenze geschafft hatten, waren dort manchmal monatelang hängen geblieben. Spätestens der ungarische Sperrzaun entpuppte sich für die meisten von ihnen als Sackgasse. So kehren nun viele aus Furcht vor dem kalten Winter auf dem Balkan nach Griechenland zurück. Nahezu alle aber haben keine Ausweise, keine Papiere. Wer deshalb auf der Rückreise bei den Kontrollen des internationalen Polizeikontingents in Mazedonien aufgegriffen wird, der wird unmittelbar den mazedonischen Polizeibehörden überstellt. Insofern gibt es derzeit zwei gegenläufige Flüchtlingsrouten in Mazedonien: von Süd nach Nord wie auch umgekehrt, von Nord nach Süd.

Das ARD-Team bei Dreharbeiten an der von internationalen Polizeieinheiten kontrollierten mazedonisch-griechischen Grenze. Foto: BR | Michael Mandlik
Das ARD-Team bei Dreharbeiten an der von internationalen Polizeieinheiten kontrollierten mazedonisch-griechischen Grenze. Foto: BR | Michael Mandlik
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Kommentare (1)

Der Makedone am

Wie ist es zu verstehen, dass einem Studioleiter die offizielle Bezeichnung eines Staates („Ehemalige Jugoslawische Republik Makedonien) nicht bekannt ist, und er statt dessen die Leser durch eine falsche Namensangabe („Mazedonien“) in die Irre führt?

Jedes Schulkind lernt, dass Mazedonien ein Teil Griechenlands ist, seit über 2500 Jahren. Dem Studioleiter ist dieser Sachverhalt unbekannt, er hat womöglich seinen Posten durch Beziehungen erhalten.

Zur Auffrischung:
Zoran Zaev erklärt, wie zig andere fyrom-Politiker, dass dieser Staat ein Kunstgriff von Tito war und nichts mit Mazedonien zu tun habe.

Immer mehr frage ich mich, warum die germanophone Seite um jeden Preis ihren Finger draufhalten und deshalb einen Staat mit einem griechischen Namen schaffen will, und daher die Leser laufend mit einem falschen Staatsnamen in die Irre führt.

Aus der Geschichte wissen wir, dass Deutschland eine Menge Schaden auf dem Balkan angerichtet hat. Es sollte sich daher zurückhalten.

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