Lichterkette von SOS Mitmensch rund um das Regierungsviertel am Mittwoch, 15. November 2017, unter dem Motto

„Symbolischer Schutz gegen Rechtsextreme“
Tausende Menschen protestieren in Wien gegen mögliche FPÖ-Minister

Rund vier Wochen nach der Nationalratswahl laufen in Wien die Koalitionsverhandlungen zwischen der ÖVP von Sebastian Kurz und der rechtspopulistischen FPÖ von Heinz Christian Strache. Dieser hat sehr gute Chance ein Ministeramt zu bekommen und das geht seinen Gegnern gegen den Strich. Mit einem Meer von Kerzen, flackernden Handylichtern oder blinkenden Taschenlampen protestierten am Mittwochabend acht bis zehntausend Menschen und umringten das Regierungsviertel in Wien, eine Strecke von circa einem Kilometer. Die Polizei zählte nur 3000 Teilnehmer. Doch so oder so, es kamen weit mehr Menschen als erwartet. „Wir sind beeindruckt und werden weiterhin nicht schweigen“, so Alexander Pollack von der österreichischen  Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch, die die Menschenlichterkette mitorganisiert hat. Die Teilnehmer wollen verhindern, dass FPÖ Politiker mit direkten Verbindungen ins rechtsextreme oder Neonazilager in einer schwarz-blauen Koalition Ministerposten bekommen. Dafür hat sich auch Rudolf Gelbard direkt vor das Kanzleramt gestellt. Als Kind wurde der 87-jährige Wiener zusammen mit seinen Eltern in das deutsche KZ Theresienstadt deportiert. Die Lichterkette freute ihn sichtlich. Auch Gerald Specht steht an diesem Abend im Lichtermeer im Wiener Regierungsviertel. Den Aufstieg der FPÖ zur Regierungspartei hätten allgemeiner Unmut, sowie bewusste Panikmache von Seiten der FPÖ mit ermöglicht, meint der Pädagoge. Vor siebzehn Jahren ging Gerald Specht schon gegen die erste schwarz-blaue Bundesregierung auf die Straße. Seitdem habe sich die Gesellschaft verändert, die Partei habe sich platzieren können, zum Beispiel im EU Parlament. Die Menschen in Österreich müssten jetzt im Gespräch bleiben und sich auch trauen selbst in die Politik zu gehen, glaubt Gerald Specht. Einig waren sich die Gesprächspartner an diesem Abend, dass es nun auf Bundespräsident Van der Bellen ankommen würde. Dieser hat das Recht einzelne Minister einer Regierung abzulehnen und er hat bereits signalisiert, dass er das auch tun wird. Rudolf Gelbard meint, dass der Bundespräsident sich in so einem Fall auf Angriffe von Seiten der FPÖ einstellen müsse.

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Kurt Winterstein und sein Anti-FPÖ-Lied

Video: Andrea Beer

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Kommentare (1)

Tina Salhi am

Danke für diesen Beitrag – „unser“ ORF, der doch dem „öffentlich rechtlichen Kulturauftrag“ verpflichtet ist, hat nichts Nennenswertes zu unserem Protest veröffentlicht.

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