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Wiener Schülerin auf TIMES-Liste der 30 einflussreichsten Teenager
Rayouf und das Kopftuch-Emoji

Es ist die typische David-gegen-Goliath-Geschichte: Eine 16-jähriges Schülerin bringt einen Großkonzern dazu, eine Idee umzusetzen, die ihr auf der Seele brennt. Die Rede ist von Rayouf Alhumedhi aus Wien. Ihr ist es gelungen, den IT-Riesen Apple zu überzeugen, ein Emojisymbol mit einem Kopftuch einzuführen. Beim Chatten mit Freunden wollte Rayouf im vergangenen Herbst eine WhatsApp-Gruppe gründen mit dem Titel „Emojis von uns“. Es war aber kein Emoji zu finden, das zu ihr passte: „Da ich ein Kopftuch trage, hatte ich nichts, womit ich mich darstellen konnte.“

Rayouf  Almehudi ist Tochter saudischer Diplomaten und geht auf eine internationale Schule in Wien. Dort ist sie als Schülersprecherin engagiert und ziemlich selbstbewusst. Wegen des fehlenden Kopftuch-Emojis wandte sie sich an Apple und das Unicode-Konsortium, das für die Emoji-Standards zuständig ist. Daraus wurde eine breite Kampagne – das „Hijab-Emoji-Projekt“ – mit vielen Unterstützern:

„Ich kenne so viele Freunde, die ein Kopftuch tragen und sehr technikaffin sind. Das hat für mich dann Sinn ergeben und das war die Motivation dahinter.“

Apple erklärte sich schließlich bereit, das Emoji mit dem Kopftuch umzusetzen. Es zeigt eine junge Frau mit großen Augen und einem Lila Kopftuch. Seit einem Systemupdate im Oktober ist es jetzt auf den Smartphones zu sehen, auch bei Android und Windows. Mit ihrer Initiative hat Rayouf auch die Jury des Time-Magazins beeindruckt, das sie zu den 30 einflussreichsten Teenagern auf der Welt gewählt hat. Wegen ihr hätten Millionen Frauen mit Kopftuch weltweit ein Emoji, mit dem sie sich identifizieren können, begründet das Magazin seine Wahl. Rayouf selbst hofft, dass sie mit dem Emoji zu mehr Toleranz beitragen kann hat:

„Wir alle kennen Emojis, sie sind so unbeschwert und lustig und sie sind definitiv keine politischen Statements. Ich hoffe, dass das indirekt dazu  beitragen kann, dass sich  Meinungen ändern, dass nicht alle muslimischen Frauen so sind, wie das was wir in den Nachrichten hören, dass sie richtige Menschen sind und jetzt auch auf unseren Tastaturen anerkannt werden.“

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Video: Tamara Link

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