Autor Stephan Ozsváth bei der Buchvorstellung und anschließender Diskussion auf der

Puszta-Populismus:
Viktor Orbán – ein europäischer Störfall?

Selten gelingt es einem Journalisten, ein ebenso atmosphärisch dichtes wie analytisch erhellendes Sachbuch zum richtigen Zeitpunkt vorzulegen, wie dies Stephan Ozsváth  mit „Puszta-Populismus: Viktor Orbán – ein europäischer Störfall“ gelungen ist. Ein halbes Jahr vor den Parlamentswahlen im April 2018 bietet Ozsváth, bis Ende August dieses Jahres ARD-Korrespondent im Studio Wien/Südosteuropa, den Lesern ein vielschichtiges, überzeugendes, oftmals bestürzendes Erklärungsmodell für das Regierungs- und Machtsystem Orbán an. Der Autor bleibt dabei nicht an der Oberfläche, bedient nicht die vom westlichen EU-Ausland gerne gepflegten Polit-Schablonen, die nichts zum tatsächliches Verständnis des heutigen Ungarns beitragen. Tief emotional und intellektuell verbunden mit dem Land – sein Vater nahm am Ungarn-Aufstand 1956 teil und flüchtete anschließend in die Bundesrepublik – gelingt es Ozsváth, den Wandel Orbáns vom jungen aufsteigenden Politiker der Nachwende-Zeit bis zum national-rechtspopulistischen Ministerpräsidenten nachvollziehbar transparent zu machen. Mitunter scharfzüngig in den Formulierungen, belegt der Autor seine Zitate mit wissenschaftlicher Akribie. „Orbán ist die Stimme der Beleidigten, die sich in der Mehrheit glauben“ – es sind Sätze wie diese, die sich wie ein roter Faden durch das knapp 200 seitige Buch ziehen und die am Ende ein aufklärerisch rot-weiß-grünes Webmuster entstehen lassen.

Interview mit Stephan Ozsváth

Interview / Schnitt: Tamara Link

Kamera: Daniel Dzyak

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