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Die Wiedereröffnung des Museums für zeitgenössische Kunst avancierte in Belgrad zum kulturellen Ereignis des Jahres. Während der zehnjährigen Rekonstruktionsphase wechselten sich 6 Kulturminister und 4 Museumsdirektoren ab. Zum Neustart ist das Museum 7 Tage rund um die Uhr geöffnet - Eintritt frei! Foto: BR | Dejan Stefanovic

Das Museum für zeitgenössische Kunst in Belgrad öffnet wieder
"Wir schauen einer besseren Zukunft entgegen"

"Es wurde ein Fonds mit dem Namen 'Nationaler Investitionsfonds' gegründet, aus dem bestimmte Großinvestitionen hätten finanziert werden sollen, zu denen auch das Museum gehörte. Dieser Fonds wurde aber leider mehr zu einem 'politischen Fonds', der für verschiedene Parteiaktivitäten genützt wurde und am wenigsten für seinen eigentlichen Zweck, für die Kultur..."

Slobodan Nakarada, Direktor des Museums für zeitgenössische Kunst

„Wir sind in einem Land, das es zehn Jahre lang nicht schafft, bedeutende Museen zu rekonstruieren. Das spricht für einen bestimmten Umgang mit Kultur und Kunst.“

Nemanja Ladjic, Videokünstler aus Belgrad

Das Belgrader Museum für zeitgenössische Kunst gibt es seit 1958. Nach dem Vorbild des New Yorker Museum of Modern Art konzipiert, wurde es zu einer der wichtigsten Institutionen im Land, auch weil es das erste Museum dieser Art in der Region war. 8.000 Werke zählt die Kollektion des Museums. Bedeutende Künstler aus dem gesamten Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens sind vertreten.

 

2007 musste das in die Jahre gekommene Haus renoviert werden, ursprünglich sollten die Arbeiten ein Jahr dauern. Für die Finanzierung des Umbaus war ein “Nationaler Investitionsfonds“ vorgesehen. Doch dieser Fonds sei in der Praxis als „politischer Fonds“ genutzt worden – sagt Museumsdirektor Slobodan Nakarada, vor allem für diverse Parteiaktivitäten und am wenigsten für seinen eigentlichen Zweck – die Kultur. So kam es, dass aus einem Jahr Umbau zehn geworden sind. Das Museum war in dieser Zeit geschlossen, die Werke in Depots eingelagert und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das habe den Horizont der aufkommenden Künstlergeneration eingegrenzt sagt der 33-jährige Belgrader Videokünstler Nemanja Ladjic:

„So erleben sie nur das, was gerade gemacht wird und durch Reisen bekommt man auch mit, was in der Welt passiert. Aber das, was vor 20, 30, 40 Jahren war, bekommt man gar nicht mit.

Nemanja Ladjic, Videokünstler aus Belgrad

Jetzt – 10 Jahre nach Beginn der Restaurierungsarbeiten – ist es endlich soweit. Das Gebäude mit seinen drei charakteristischen weißen Kuppeln, die ein wenig an Getreidesilos erinnern, erstrahlt in neuem Glanz. Das Dacht ist neu gemacht, die Depots und Werkstätten im Keller modernisiert, die komplette Inneneinrichtung ausgetauscht. Insgesamt soll der Umbau eine Milliarde Serbische Dinar gekostet haben, das sind ca. 8,5 Millionen Euro. Der Publikumsandrang ist groß, das Museum hat die ersten sieben Tage und sieben Nächte durchgehend geöffnet, der Eintritt ist frei.

 

Das Grundproblem der fehlenden Mittel für serbische Kulturinstitutionen ist mit der Wiedereröffnung des Museums für zeitgenössische Kunst aber nicht vom Tisch. Auch das serbische Nationalmuseum wird seit Jahren renoviert und ist für Besucher geschlossen. Auch hier fehlt es an Geld. Slobodan Nakarada, Direktor des Museums für zeitgenössische Kunst, hofft dass die Wiedereröffnung seines Hauses als positives Signal Schule machen könnte:

„Wir lassen jetzt die zehn Jahre hinter uns und schauen einer besseren Zukunft entgegen. Wir träumen davon, dass wir sehr bald ein Museum für die Kunst des 21. Jahrhunderts gleich hier neben diesem großartigen Gebäude bauen können.“

Slobodan Nakarada, Direktor des Museums für zeitgenössische Kunst

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Beispiele des Belgrader Pop-Arts Mitte der 60er Jahre: ‘Europa Terra Incognita (l.)‘ und ‘Charme des Krieges‘, von Radomir Reljic. Foto: BR | Dejan Stefanovic
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