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Im Herzen der FPÖ-Hochburg von 2013
Reportage aus der Gemeinde Pischelsdorf/Steiermark

Bei den letzten Nationalratswahlen 2013 geriet das 700 Einwohner große Reichendorf in der Oststeiermark in die Schlagzeilen: In dem Dorf,  das damals noch unabhängig war und heute nach einer Gebietsreform zu Pischelsdorf gehört, stimmten 54,4 Prozent der Wahlberechtigten für die rechtspopulistische FPÖ – so viel wie in keiner anderen Gemeinde Österreichs.  Der Grund, sagt Herbert Baier, der Bürgermeister der Gemeinde Pischelsdorf: Die damalige rot-schwarze Landesregierung der Steiermark hatte zuvor die naturgemäß umstrittene „Gemeindestrukturreform“ beschlossen: Kleinere Ortschaften – wie eben Reichendorf – verloren damit ihre Unabhängigkeit, Bürgermeisterämter wurden aufgelöst und mit benachbarten Kommunen vereinigt. Und das hätte 2013 den Absturz der Sozialdemokraten und Konservativen in der Steiermark und vor allem in der Region bewirkt – sowie den großen Wahlerfolg der Freiheitlichen FPÖ. Bürgermeister Herbert Baier von der konservativen Volkspartei ÖVP:

„Ich glaube, das war der Unmut und das hat das widergespiegelt. Die ehemalige Gemeinde Reichendorf, die jetzt durch die Fusion zur Gemeinde Pischelsdorf am Kulm gehört, die hat damals mehr als 54 Prozent blau gewählt. Und die haben damals ohnedies plakatiert: ‚Bitte nicht rot und schwarz wählen!‘

Der Zorn über den Verlust der lokalen Eigenständigkeit sei inzwischen verfolgen, die Gemeindereform sei vor zwei Jahren vollzogen worden. Die ursprüngliche Parteienlandschaft in seiner Gemeinde sei, so Bürgermeister Baier, teils konservativ, teils sozialdemokratisch geprägt.

„Jetzt wird das Spannende eben am  Sonntag sein, ob das dann auch so aufgeht, die Rechnung mit der Rückentwicklung der ursprünglichen Parteilandschaft.“

Vor Herbert Baier  steht eine weiße Kaffeetasse, auf der  eine kleine Miniatur-Schornsteinfeger zu sehen ist. Kein Zufall: Denn der besonnene 50jährige Kommunalpolitiker der konservativen ÖVP ist von Beruf Rauchfangkehrer  –  wie hier die Zunft der Schornsteinfeger genannt wird –  und leitet seinen eigenen Familienbetrieb. Dass seine Partei den Umfragen zufolge realistische Chancen hat, mit ihrem Spitzenkandidaten Sebastian Kurz zur stärksten politischen Kraft zu werden, freut den Bürgermeister: Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Kurz hat die Parteifarbe der ÖVP ausgewechselt, von schwarz zu Türkis:

„Ich selbst bin ja von Beruf Rauchfangkehrer und unsere Zunftfarbe ist ja schwarz und die haben wir jetzt leider verloren, durch Sebastian Kurz. Und ich hoffe, dass wir wieder da zurückfinden.“

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Sitz der Gemeindeverwaltung und des Bürgermeisters von Pischelsdorf. Foto: BR | Clemens Verenkotte
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