Google Maps-Vorschau - es werden keine Daten von Google geladen.

Georg Danzer übergibt Frau Josefine Hawelka die Single 'Jö Schau' (1975). Foto: Wien Museum | Wolfgang Sos

Ausstellung: Ganz Wien - eine Pop-Tour
Wie Wanda, Bilderbuch und Co wurden was sie sind

An Bands wie Bilderbuch, Wanda, Voodoo Jürgens, Granada oder der Nino aus Wien ist man diesen Festivalsommer kaum vorbei gekommen. Pop aus Österreich erlebt einen Boom wie schon seit Jahren nicht. Auch deswegen hat das Wien Museum genau jetzt die Ausstellung „Ganz Wien – eine Pop-Tour“ eröffnet. Die Ausstellung spannt dabei den Bogen Wiener Popgeschichte von Orten grindiger Subkultur über Elektro-Neudenker wie Kruder & Dorfmeister bis zu den kokett avantgardistischen Bilderbuch. 60 Jahre Pop Kultur will das Museum abdecken und da darf einer natürlich nicht fehlen: Falco.

In der Ausstellung (14.09.2017 bis 25.03.2018) im Wien Museum hängen Falcos weißer Designer Anzug, Briefe und Fotos. Er steht stellvertretend für eine der prägenden Epochen in der Wiener Popkultur: Die 80er Jahre mit dem Club U4. Wer in der Szene dabei sein wollte, musste in den Club. Falco war Stammgast und hat dem U4, und vor allem den heftigen Drogenexzessen damals, ein musikalisches Denkmal gesetzt in seinem Song Ganz Wien (ist auf Heroin).

 

Aber die Ausstellung macht nicht den Fehler, alles an Falco aufzuhängen. Stattdessen zeigt sie 60 Jahre Österreichische Popgeschichte, von der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bis heute. Wiener Ikonen wie Helmut Qualtinger kann man an Soundstationen entdecken, Georg Danzer oder Novaks Kapelle ebenfalls. Die meisten der Künstler haben damals auf schräge Texte gesetzt. Genauso wie die aktuellen Wiener Bands.

 

Warum gerade jetzt zum Beispiel Bilderbuch und Wanda so durchstarten, erklärt die Ausstellung zwar nicht. Stefan Redelsteiner, Wiener Musikmanager, Entdecker und ehemaliger Manager von Wanda hat aber eine ziemlich nüchterne Erklärung dafür:

„Es gab einfach Aufholbedarf, weil davor 30 Jahre lang nie irgendeine österreichische Band auf irgendeinem Festival gespielt hat“

Stefan Redelsteiner, Wiener Musikmanager, Entdecker und ehemaliger Manager von Wanda

Das was man in Deutschland gerne als Austropop bezeichnet, bisschen Kitsch, bisschen Gefühl, bisschen österreichischer Schmäh, stimmt musikgeschichtlich übrigens nicht. Auch das zeigt die Ausstellung. Austropop ist Ende der 60er Jahren entstanden, durch den damals neu gegründeten Sender Ö3, jetzt der Hitsender des ORF. Damals haben die progressiven Journalisten österreichische Musiker gebeten Texte zu vertonen, die eher dreckige Versionen des Wiener Lieds waren, sagt Michaela Lindinger, die Kuratorin der Ausstellung:

„Im Austropop war nichts lustig, das sind alles sehr sozialkritische Nummern gewesen. Heute lachen die Leute zum Beispiel über das Lied „Jö schau“ in dem Georg Danzer von einem Nackerten im Cafe Hawelka singt. Damals 1974 war das eine Provokation.“

Michaela Lindinger, Kuratorin der Ausstellung

Popkultur in Wien, das macht die Ausstellung klar, war immer Underground, nie Mainstream. Auch wenn aus den Anfängen oft Mainstream geworden ist. Mit Falco, mit dem weltweit gefeierten Elektro Duo Kruder & Dorfmeister, deren Homestudio auch in der Ausstellung aufgebaut ist. Oder eben mit Bands wie Wanda oder Bilderbuch. Auch sie sind auf dem besten Weg dazu, mit ihrer Musik in die Musikgeschichte einzugehen. Die Lederjacke von Sänger Marco Wanda, hängt jedenfalls schon in der Ausstellung. Dazu meint Wanda Entdecker Stefan Redelsteiner, ein bisschen überrascht und ziemlich lakonisch:

„Das war jetzt der Gipfel, dass Sachen, mit denen ich gearbeitet habe im Museum sind. Ich bin 34, was soll denn das. Aber besser es interessiert Leute, als es interessiert niemanden. Ist schon ok.“

Stefan Redelsteiner, Wiener Musikmanager, Entdecker und ehemaliger Manager von Wanda

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
Bilderbuch - Sänger Maurice Ernst und Band live in der Waldbühne zum Peace x Peace-Festival 2017. Foto: picture alliance | POP-EYE
0:00 | 0:00
Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.