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Die neue Studie der EU-Grundrechte-Agentur zur Diskriminierung und Integration von Muslimen in der EU. Foto: BR | Jan Heier

Studie EU Grundrechte Agentur
Muslime in der EU vertrauen trotz Diskriminierung staatlichen Institutionen

Die Mehrheit der Muslime in der EU fühlt sich ihrem EU Heimatland zugehörig. Und hat Vertrauen in die demokratischen Institutionen dort. Ganze 92 Prozent sagen außerdem, dass es ihnen nichts ausmacht andersgläubige Nachbarn zu haben. Für die Sprecherin der Agentur für Grundrechte der Europäischen Union, die die Studie durchgeführt hat, Katya Andrusz, macht die Studie damit vor allem eines deutlich:

„Diese oft wiederholte Aussage, Muslime möchten sich nicht integrieren oder können sich nicht integrieren ist nichts als ein Mythos“

Katya Andrusz, Sprecherin der Agentur für Grundrechte der Europäischen Union

Allerdings zeigt die Studie auch, dass sich 39 Prozent der befragten Muslime wegen ihrer Herkunft benachteiligt fühlen. Und dass sich diese Leute, mit schlechter Erfahrung, deutlich weniger mit dem Land in dem sie leben verbunden fühlen, als die anderen Muslime. Mit Folgen für die Integration sagt Ioannis Dimitrakopoulos, der Verantwortliche der Studie:

„Das ist eine Alarmglocke, dass wir Maßnahmen brauchen, damit sich diese Leute nicht isolieren und an den Rand gedrängt fühlen. Das müssen wir vermeiden.“

Ioannis Dimitrakopoulos, Studienverantwortlicher

Denn die Studie macht außerdem deutlich, dass Muslime wegen ihrer Religion stärker diskriminiert werden als früher. Bei der ersten Studie der Agentur vor neun Jahren gaben zehn Prozent der Befragten an, wegen ihrer Religion diskriminiert zu werden, heute sind es 17 Prozent. Die meiste Diskriminierung erfahren dabei muslimische Befragte, die aus Nordafrika und Ländern südlich der Sahara in die EU gekommen sind. Wobei es in Deutschland einen überraschenden Unterschied zum Rest der EU gibt, so Ioannis Dimitrakopoulos:

„Im Vergleich zu den anderen Ländern war in Deutschland die Hautfarbe am unwichtigsten. Die Befragten haben angegeben, dass sie glauben, ihre Probleme in Deutschland haben entweder mit ihrer Religion zu tun oder mit ihrer Herkunft. Nicht aber mit ihrer Hautfarbe.“

Ioannis Dimitrakopoulos, Studienverantwortlicher

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Ioannis Dimitrakopoulos und Katya Andrusz von der Agentur für Grundrechte der Europäischen Union. Foto: BR | Christine Auerbach
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In allen EU Ländern gleich ist aber, dass es am meisten Diskriminierung bei der Arbeitssuche gibt, sagt Ioannis Dimitrakopoulos:

„Das macht mir Sorgen. Weil Länder wie Deutschland, Frankreich oder die EU selbst schon einiges gemacht haben, um Diskriminierung bei der Arbeitssuche zu verhindern. Und trotzdem gibt es sie noch. Wir müssen also mit Gewerkschaften und Arbeitgebern sprechen - nicht nur mit großen Konzernen sondern auch mit dem kleinen Laden ums Eck - warum sie so zögern, Immigranten anzustellen und was wir dagegen tun können.“

Ioannis Dimitrakopoulos, Studienverantwortlicher

Um Diskriminierung zu stoppen, so die Wissenschaftler der Grundrechteagentur braucht es zum Beispiel härtere Strafen, die klarmachen, dass die Antidiskriminierungsgesetze, die es in Europa eigentlich gibt, auch strafrechtlich durchgesetzt werden. Denn Diskriminierung, so die Wissenschaftler, sei in Europa nicht nur nicht akzeptabel sondern eben illegal. Außerdem schlagen die Wissenschaftler eine bessere Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei vor und intensivere Zusammenarbeit mit der muslimischen Gemeinschaft. Um muslimische Opfer von Diskriminierung und Hasskriminalität besser unterstützen zu können.

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Beitrag: Darko Jakovljevic

Kamera: Daniel Dzyak

Schnitt: Christine Dériaz

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