UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi besuchte während seines Aufenthaltes in Ungarn eine Transitzone in Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze , wo er auch mit Asylsuchenden sprach. Foto: © UNHCR | Kitty McKinsey

Harsche Kritik von UN-Flüchtlingskommissar
"Gefangenenlager" in Ungarn

Es war schon erstaunlich undiplomatisch, was UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi in Budapest über Ungarns Umgang mit Migranten formulierte: Er habe den Eindruck, dass Ungarn die „ganz klare Absicht“ habe, die Anzahl der Menschen zu begrenzen, die nach Ungarn kommen, um Schutz zu suchen. Die Entscheidung der Europäischen Union, Migranten nach einem festen Quotenschlüssel auf alle EU-Mitgliedsstaaten zu verteilen, sei ein Beispiel für die „ganze Welt“. Zum Abschluss eines zweitägigen Ungarn-Besuchs appellierte er an Ministerpräsident Viktor Orban, seinen Widerstand aufzugeben und den fairen Anteil von Flüchtlingen zu übernehmen. Grandi besuchte auch eines der beiden Transitzentren an der Grenze zu Serbien. Sein Fazit:

"Die Zentren werden Transitzentren genannt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk würde das Gefangenenlager nennen. Weil die Menschen, sobald sie einmal in diese Zentren aufgenommen worden sind, nirgendwo mehr hingehen können, bis jedenfalls ihr Asylvorgang abgeschlossen ist, was Wochen oder gar Monate dauern kann."

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi

Es sei kein „Verbrechen“, um Asyl nachzusuchen und dies sollte daher auch nicht „mit Haft“ bestraft werden. Dies sei die Haltung des UN-Flüchtlingswerks weltweit und nicht allein gegenüber Ungarn.

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UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi bei seinem Besuch in Budapest. Foto: BR | Attila Poth
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