Google Maps-Vorschau - es werden keine Daten von Google geladen.

Die Menschen waren ratlos, niemand wusste wie es weitergehen sollte.(September 2015) Foto: BR | Attila Poth

Zwei Jahre danach
Wiener Westbahnhof und Budapest Bahnhof Keleti

Auf Facebook gab es mehrere tausend Leute, die sich engagieren wollten. Dort haben wir uns organisiert, und täglich haben wir mehr als 1000 Menschen Essen und Getränke gegeben, weil damals die Regierung den Menschen bewusst nicht helfen wollte. Und wir sagten uns: Da müssen wir was tun!

Szilard Kalmar, Freiwilliger Helfer im Jahr 2015 in Budapest

Es sind die Tage, die Deutschlands Flüchtlingspolitik grundlegend verändern sollten: Als am 03. September Ungarn die Reisezüge stoppt, machen sich unzählige Flüchtlinge zu Fuß auf den Weg, über Autobahnen, Bahngleise, Wiesen. Am Abend des 04. September vereinbaren Angela Merkel und der damalige österreichische Bundeskanzler Faymann, die Grenzen zu öffnen. Zehntausende Flüchtlinge machen sich auf den Weg, können die Reise nach Norden antreten. Am Wiener Westbahnhof steht Vucko Schüchner: Er organisiert für die österreichische Organisation „Kinderfreunde“ einen Schutzraum für flüchtende Eltern mit Kindern, die damals völlig erledigt aus Ungarn am Westbahnhof ankommen, der damals noch als Hauptbahnhof diente. Dieser provisorische Familienraum wird in einem Parkhaus direkt am Wiener Westbahnhof eingerichtet, wo die Menschen Anfang September 2015 zu Tausenden ankommen. Ab Spätsommer 2015 hat Vucko Schüchner drei Monate lang bis zu elf Stunden täglich am Westbahnhof verbracht. Seitdem hat er viel über Syrien gelesen und darüber nachgedacht, wie schnell auch sein Leben zerbrechen könnte. Am Budapester Bahnhof Keleti warten Ende August 2015 Tausende von Flüchtlingen auf grünes Licht der ungarischen Regierung zur Weiterreise nach Deutschland. In und um dem Bahnhofsgebäude kam es zu dramatische Szenen, zwischenzeitlich riegelt die ungarische Polizei den Bahnhof ab. Die Versorgung der Flüchtlinge mit allem Lebensnotwendigen organisierten zahlreiche freiwillige Helfer. Es gab unzählige Ungarn, die anpackten und als Freiwillige tausende Flüchtlinge mit allem Lebensnotwendigen versorgten. Szilard Kalmar steht am Rande eines Parks keine 300 Meter vom Bahnhof entfernt: Hier übernachteten all diejenigen Menschen, die am zwischenzeitlich abgeriegelten Bahnhof Keleti keinen Platz mehr fanden:  „Es war eine Katastrophe, weil es Anfang September hier so viele Menschen gab, dass wir sie nicht mehr mit Essen und Getränken versorgen konnten. Wir haben es nicht mehr geschafft.“ In der Küche eines kleinen Kellerrestaurants standen damals Dutzende von Helfern, kochten Nudeln und Reis, schmierten belegte Brote, sortierten Zahnpastatuben, trugen Wasserkästen. Wie sich die Helfer damals zusammengefunden haben? Online natürlich, gibt Szilard zur Antwort:

„Auf Facebook gab es mehrere tausend Leute, die sich engagieren wollten. Dort haben wir uns organisiert, und täglich haben wir mehr als 1000 Menschen Essen und Getränke gegeben, weil damals die Regierung den Menschen bewusst nicht helfen wollte. Und wir sagten uns: Da müssen wir was tun!“

Clemens Verenkotte über den Bahnhof Keleti heute

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
Viele Menschen haben im August und September in der Unterführung des Bahnhofs Keleti geschlafen. Foto: BR | Attila Poth
0:00 | 0:00

Andrea Beer über den Westbahnhof heute

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
Am Gleis 1 am Wiener Westbahnhof erinnert heute nichts mehr an die aufreibende Zeit vor zwei Jahren. Foto: BR | Andrea Beer
0:00 | 0:00
Was Sie noch interessieren könnte

Kommentare (1)

Fred Bender am

‚Berichtsgebiet Österreich‘: Wo war denn die ARD-Wien und ihre bemühten Filmberichte im Herbst 2015 in Salzburg an der Grenze zu D’land?
‚Berichtsgebiet Österreich‘. — Eine jobsichernde Heuchelei westlich von Traiskirchen. Also bitte raus aus Wien-Hietzing und ab nach Bratislava oder Györ, und das für Jahrzehnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.