Anja (li.) und Valentina aus Poltawa in der Ukraine arbeiten für 11 EUR am Tag als Küchenhilfen in einem Hotel. Kost und Logis sind frei, genau wie die Anreise. Auch in der Ukraine haben sie beruflich miteinander zu tun, allerdings ist Valentina dort stellvertretende Dekanin an einer Wirtschaftshochschule und Anja ist ihre Studentin. Foto: BR | Ekaterina Popova

Ukrainische Saisonarbeiter an der bulgarischen Schwarzmeerküste
Sommer, Sonne und 11 Euro

"Obwohl in manchen Regionen Bulgariens die Arbeitslosenrate sehr hoch ist, ist es nicht gelungen mehr Bulgaren für uns zu interessieren."

Margita Todorowa, Handelsdirektorin der Albena AG. Diese betreibt den Tourismus in Albena an der Schwarzmeerküste.

„Bulgaren suchen oft eine langfristige Arbeit, aber vor allem werden Saisonarbeiter gesucht, die russisch können denn es gibt viele russisch sprachige Touristen an der Schwarzmeerküste. Von Arbeitgebern hören wir auch immer wieder, dass die Ukrainer diszipliniert sind und besser ausgebildet, als zum Beispiel arbeitslose Bulgaren.“

Liliana Georgiewa. Sie ist beim Arbeitsamt in der bulgarischen Hauptstadt Sofia unter anderem für die Arbeitsgenehmigungen für Saisonkräfte zuständig.

Es ist zwar brütend heiß, doch der junge Ukrainer Artur sitzt mit einer dampfenden Fertignudelsuppe auf einer Bank vor der Unterkunft für Saisonkräfte. Sie wirkt bescheiden, aber sauber und auf einem Balkon trocknet eine Kellner Uniform. Der 18-jährige Artur ist den Sommer über in Albena, einem Urlaubsort an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Er ist einer von rund 3.100 Nicht-EU-Saisonarbeitern, die in diesem Sommer in Bulgarien arbeiten. Davon alleine rund 2.600 aus der Ukraine, die anderen sind vorwiegend aus Moldawien oder der Türkei. Obwohl in manchen Regionen Bulgariens die Arbeitslosenrate sehr hoch ist, gibt es für die ausländischen Saisonarbeiter mehr als genug Sommerjobs. Dabei meldeten bulgarische Arbeitgeber schon im Frühjahr 2017 13.000 freie Plätze für Saisonarbeiter beim Arbeitsamt an. Tourismus- und Landwirtschaftsbranche begrüßen deswegen auch das neue Gesetz, das auch Nicht-EU-Bürgern erlaubt, drei Monate lang in Bulgarien zu arbeiten. Zuvor lief alles über bilaterale Vereinbarungen ab, etwa mit Universitäten in der Ukraine. Hotels, Bars oder Strandbetreiber müssen solchen Saisonkräften aber den Mindestlohn bezahlen. Dieser liegt bei umgerechnet 230 Euro pro Monat und viele Bulgaren kellnern deswegen lieber in Dänemark, Spanien oder Italien.

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Albena ist ein Ort in dem vor allem Familien Urlaub machen. Insgesamt kommen jährlich bis zu 17.000 Touristen, viele aus Deutschland, Skandinavien, Polen oder Nachfolgeländern der Sowjetunion. Foto: BR | Ekaterina Popova
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