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Bei dem größten Bergunglück in Österreich seit langem, sind am Sonntag fünf Männer ums Leben gekommen, einer überlebt schwer verletzt und liegt im Salzburger Unfallkrankenhaus. Foto: Franz Brinek/SALZBURGER WOCHE/SN/dpa

Tod in den Zillertaler Alpen
Fünf Deutsche sterben beim Absturz einer Seilschaft

Kurz zusammengefasst: Es war so, dass diese Seilschaft in den Kees eingestiegen ist, ein eisiges Gelände. Die Hangneigung ist bei 40 Grad und offensichtlich wollte der letzte der Seilschaft umkehren, weil es ihm zu riskant erschien. Währenddessen ist der Zweite in der Seilschaft ausgerutscht und hat die anderen dann mitgerissen.

Martin Reichholf, Einsatzleiter aus Zell am See über den Unfallhergang

Bei dem größten Bergunglück in Österreich seit langem, sind am Sonntag fünf Männer ums Leben gekommen, einer überlebt schwer verletzt und liegt im Salzburger Unfallkrankenhaus. Zur Zeit sei sein Zustand stabil, er sei aber nicht ansprechbar, so der behandelnde Arzt.

Am Sonntagvormittag hatten sich sechs Bergsteiger aus dem Raum Altötting und Burghausen in Bayern in einer geführten Gruppe auf den Weg gemacht. Sie wollten den Gabler besteigen, einen mehr als dreitausend Meter hohen Berg. Er gehört zur Reichenspitzgruppe in den östlichen Zillertaler Alpen im Salzburger Land. Unterhalb der Zittauer Hütte wo die Gruppe übernachtet hatte, kam die gesamte Seilschaft auf dem blanken Eis des Gletschers ins Rutschen. Zuvor hatte ein Augenzeuge beobachtet, wie sie diskutierten und umdrehen wollten. Dabei kam einer ins Rutschen und riss die anderen mit. Zwei versuchten, den Sturz mit Eispickeln aufzuhalten. Doch sie stürzten einhundert Meter über Eis und Geröll und dann über eine Felsnase weitere einhundert in eine Gletscherspalte. Dort wurden sie in einem schwierigen Einsatz von Polizei- und Rettungskräften bis zum späten Nachmittag geborgen. Einer der sechs hat überlebt und liegt im Salzburger Unfallkrankenhaus. Er ist 75 und die Toten waren nach Angabe der Landespolizeidirektion Salzburg 34, 56, 65, 69 und 70 Jahre alt.  Dass die Seilschaft 200 Meter in die Tiefe stürzte, wirft auch bei ausgewiesenen Alpinexperten Fragen auf.  Der Unglückshang hat eine Neigung von circa 40 Prozent und an solch steilen Hängen werde die Absturzgefahr häufig unterschätzt, heißt es beim österreichischen Alpenverein, denn es sei schwierig, stürzende Partner zu halten. Eine Seilschaft müsse die Verhältnisse immer im Auge haben, darunter Wetter oder eben die Steilheit des Hangs.

Die verunglückten Alpinisten waren bis auf einen schon älter. Aber das Alter sei nicht automatisch ein Auslöser für das Unglück. Auch mit 70 könne man ein guter und leistungsfähiger Bergsteiger sein, so die Einschätzung von Gerhard Mössmer aus Innsbruck. Er ist beim österreichischen Alpenverein unter anderem für Ausbildung und Sicherheit am Berg zuständig und er kennt das Unglücksgebiet genau.

Die österreichische Polizei ermittelt jetzt am Unglücksort in den Zillertaler Alpen und befragt weitere Zeugen. Darunter auch den Wirt der Zittauer Hütte, wo die Sechsergruppe in der Nacht zum Sonntag übernachtet hat.  Zuvor hat die Alpinpolizei einen Augenzeugen vernommen, der am Gletscher über der abgestürzten Seilschaft unterwegs war. Auch er war durch eine Seilschaft gesichert und soll den Moment vor dem Absturz gesehen und auch gehört haben.

Die häufigste Todesursache beim Hochtourengehen ist der Absturz über große Höhen. Und da ist der Mitreißunfall, beziehungsweise eben der Absturz von Seilschaften, ganz vorne in der Liste.

Gerhard Mössmer, zuständig für Ausbildung und Sicherheit am Berg des österreichischen Alpenvereins in Innsbruck.

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Laut Gerhard Mössmer sind Hochtouren die komplexeste Form des Wanderns. Eine Seilschaft müsse unterwegs ihre Sicherheitstechnik umorganisieren können, etwa statt Seilen Eisschrauben verwenden, die bis zu zwei Tonnen halten könnten. Das Anbringen von Eisschrauben und Verankerungen nimmt allerdings sehr viel Zeit in Anspruch. Wer in Seilschaften unterwegs ist, muss sich sehr gut auskennen. (Symbolbild) Foto: picture alliance | APA | picturedesk.com
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