Vor allem die bulgarischen Roma sind von der schlechten Wirtschaftslage im Land betroffen. Foto: dpa

Im ärmsten EU Land finden vor allem Roma keine Jobs
Armut in Bulgarien

Bulgarien ist seit 2007 in der EU und das ärmste Mitglied der Union, denn Wohlstand zwischen Berlin, Paris, Ljubljana, Luxemburg oder Sofia ist äußerst ungleich verteilt. Laut der Statistik EUROSTAT sind die Luxemburger überdurchschnittlich reich. Die Bulgaren hingegen gehören zu den ärmsten EU-Bewohnern und können sich im Vergleich nur die Hälfte leisten. Auch relative EU Neulinge wie Rumänien oder Kroatien haben im Schnitt deutlich weniger Geld, als Menschen in Deutschland oder Frankreich. In Bulgarien ist Umbau von einer Staats- in eine Marktwirtschaft nach wie vor ein Thema, genau wie der politische Übergang vom Kommunismus in eine verlässliche Demokratie. Alles wurde nach dem EU Beitritt 2007 zwar durch die kurz darauf folgende weltweite Finanzkrise erschwert, doch vor allem die grassierende Korruption in Bulgarien bleibt hausgemacht und verzögert vieles. Und um eine Arbeit zu finden, müssen eine Reihe von Bulgarinnen und Bulgaren deswegen ins Ausland gehen. Und auch in Deutschland sind Ärzte, IT-Experten, Ingenieure oder Pflegekräfte aus Sofia oder Plovdiv gefragt. Wie viele Menschen das Land aus diesem Grund verlassen haben ist unbekannt, denn die Behörden registrieren es nicht. Viele überweisen regelmäßig Geld in die Heimat. Auch die Bulgaren, die zur Gruppe der Roma gehören versuchen das. Allen voran ist es diese Gruppe, die am meisten unter der wirtschaftlichen Situation in Bulgarien leidet. Nach einer Volksbefragung von 2011 gehören offiziell 325.000 Menschen zu den Roma, das sind knapp fünf Prozent der Bevölkerung. Experten gehen, allerdings von rund 700 000 Menschen aus, da sich nicht alle dazu rechnen wollen.

 

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Roma-Viertel Fakulteta in Sofia. Foto: dpa
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Grafik: dpa-Infografik
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