Programmierer bei einem Hackathon. Foto: picture alliance

Der Bosnier Fedja Kulenovic und ein Hackathon in Belgrad
Hacking the Future

„Nach einem Hackathon im non-profit Bereich ist die Arbeit meistens nicht erledigt. Vor allem im zivilgesellschaftlichen Bereich geht es ja weiter. Ich bin dann für die Leute weiter als Ansprechpartner da. Sie können sich an mich wenden, wenn sie weitere Fragen haben. Das machen sie auch oft. Und dieser Arbeitsstil ist schon ein Unterschied, im Vergleich zu geschäftlich orientierten Hackathons."

Fedja Kulenovic

„Weil wir in der philosophischen Fakultät der Uni Sarajevo nur zu fünft sind, unterrichte ich elf verschiedene Fächer! Unter anderem Webdesign, Digitales Archivieren oder Einführung in die Informationswissenschaften. Unter anderem habe ich an einem Langzeitprojekt für Montenegro und Serbien mitgearbeitet, das Daten von Parlamentariern transparenter machen sollte. Zum Beispiel was sie besitzen. Eine gute Möglichkeit um Korruption auf die Spur zu kommen. Es wurde dann aber nichts daraus und andere Lösungen mussten gefunden werden."

Fedja Kulenovic

Was die Frisur angeht, so ähnelt Fedja Kulenovic eher einem „Leningrad Cowboy“ als jemandem, der an der philosophischen Fakultät der Uni Sarajevo unterrichtet. Doch der IT-Experte und Politologe arbeitet dort als ausgewiesener Spezialist für digitales Archivieren und kennt sich aus mit der Bibliothek 2.0. Der 36-jährige Bosnier will aber kein Fachidiot sein, sondern engagiert sich mit seinem Knowhow für die Zivilgesellschaft. Sei es in Bosnien-Herzegowina, bei der Arbeit mit Jugendlichen aus Srebrenica, sei es in Serbien bei einem 24 Stunden Hackathon, der die Verständigung zwischen Serbien und dem Kosovo verbessern soll. Beide Länder haben bekanntlich große Schwierigkeiten miteinander und Fedja will diese überwinden helfen. An dem Hackathon in Belgrad nahm er gemeinsam mit IT-Experten aus Belgrad, Pristina und Mitrovica teil. Dabei versuchten IT-Experten wie Fedja, gemeinsam mit Webdesignern, die Ideen der NGO-Aktivisten technisch sinnvoll umzusetzen. Das Ziel: Apps entwickeln, die den Austausch zwischen Experten und Institutionen zwischen Serbien und dem Kosovo unterstützen. Sei es zwischen Ärzten, Juristen, Unternehmerinnen oder auch Produzenten der biologischen Landwirtschaft. Nach Ansicht der Veranstalter würde sich auch eine Tourismus-App lohnen. Denn Reiseführer für die Balkanländer seien oft subjektiv und einseitig. Der Hackathon war der Auftakt für ein dreijähriges EU finanziertes Projekt das unter dem Motto „changing minds“, von serbischen und kosovoarischen NGOs gemeinsam organisiert wird. Darunter „TransConflict“, der „Belgrade Fund for Political Excellence“ oder „Democracy for Development D4D“.

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„Hackathon“ ist eine Wortschöpfung aus „Hacken“ und „Marathon“. Dabei geht es nicht ums hacken, sondern darum, gemeinsam Ideen umzusetzen. Der IT-Experte Fedja Kulenovic hat bisher vor allem mit Journalisten gearbeitet. Bei dem Hackathon in Belgrad ging es zum Beispiel um eine Tourismus App für den Kosovo. Denn Reiseführer seien oft sehr subjektiv und ideologisch, meint Fedja Kulenovic. Foto: BR | Andrea Beer
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