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Mehr als 8000 Opfer des Massakers liegen in Potocari begraben. Foto: BR | Karin Straka

Massaker von Srebrenica
Umstrittene Entscheidung zur Verantwortung der UN-Blauhelme

Mehr als 20 Jahre nach dem Massaker im bosnischen Srebrenica hat ein niederländisches Berufungsgericht erneut die Verantwortung der niederländischen Blauhelme bekräftigt – sie sollen aber nur am Tod von 350 Menschen mitschuld sein. Bei dem Massaker in der ostbosnischen Kleinstadt hatten serbische Kämpfer 8000 Menschen getötet, etwa 1000 Menschen sind bis heute verschollen.

350 Bewohner hatten im Juli 1995 Zuflucht auf dem Stützpunkt der Blauhelme gesucht. Die Niederländer hatten sie an die Serben ausgeliefert – ein sicheres Todesurteil. Angehörige der Opfer kritisierten das Urteil des niederländischen Berufungsgerichts. Die Opfer würden dadurch diskriminiert, sagte Munira Subasic, Vorsitzende der „Mütter von Srebrenica“. Wenigstens habe das Gericht irgendeine Art von Verantwortung der Niederlande festgestellt.

Die Nichtregierungsorganisation hatte den Staat Niederlande wegen des Massakers an Tausenden verklagt. Die Mütter von Srebrenica sagen: Im Stützpunkt habe es genügend Platz für 50.000 Menschen gegeben. Das niederländische „Dutchbat“-Kommando war schlecht bewaffnet und hatte den Stützpunkt ohne Widerstand an die Serben übergeben. Mit Bussen wurden die Männer und Jungen von den Serben abtransportiert und in der Umgebung ermordet. Das Massaker gilt als größtes Verbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg. Rund 200 niederländische Blauhelm-Soldaten fordern ihrerseits Entschädigung vom Staat für ihren Srebrenica-Einsatz. Sie begründen das mit den Nachteilen und Traumata.

Anlässlich des 20. Jahrestages des Massakers im Jahr 2015 hat das ARD-Studio Wien ein trimediales Projekt erstellt. Die Webdoku finden Sie hier.

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