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Vorstellung des World Drug Report 2017 in Wien. Foto: BR | Till Rüger

UN Welt-Drogen-Bericht
29,5 Millionen Menschen sind abhängig von Drogen

Es gibt weltweit wenig Neues auf dem Gebiet der illegalen Drogen. Dies geht aus dem neuen Jahresbericht des UN-Büros zur Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervor. Mit einer Zahl von rund 250 Millionen Menschen, die zumindest einmal im Jahr illegale Drogen konsumieren, und 29,5 Millionen Personen mit echten Suchtgiftproblemen hat sich gegenüber 2014 kaum etwas geändert.

„2015 gebrauchte rund eine Viertelmilliarde Menschen Drogen. Von diesen hatten 29,5 Millionen Personen oder 0,6 Prozent der Erwachsenen problematischen Suchtgiftkonsum, litten deshalb an Krankheiten oder waren abhängig“, heißt es  im neuen Welt-Drogen-Bericht mit Daten aus dem Jahr 2015. Insgesamt sei der Suchtgiftmarkt international durch eine immer größer werdende Diversifizierung charakterisiert. „Der Umfang des Schadens, den Drogenkonsum anrichtet, wird durch geschätzte 28 Millionen Jahre an gesunder Lebenserwartung unterstrichen (DALYs), die 2015 durch vorzeitigen Tod oder Invalidität dadurch verloren wurden“, heißt es in dem Bericht. 70 Prozent davon gingen auf den Gebrauch von Opioiden zurück.

Das in Wien ansässige UNODC führt an, dass innerhalb eines Jahres (2015) geschätzte 183 Millionen Menschen weltweit zumindest einmal Cannabis benutzt haben. Bei den Amphetaminen und aufputschenden Medikamenten sind es 37 Millionen Personen, bei Ecstasy 22 Millionen Konsumenten. 17 Millionen Menschen konsumierten zumindest einmal Kokain. Die geschätzte Gesamtzahl jener Personen, die zumindest einmal im Jahr Opioide (Opium, Morphin, Heroin und synthetische Opioide wie Fentanyl und Derivate davon) missbräuchlich verwendeten, dürfte bei 36 Millionen liegen.

Beunruhigend sei die Entwicklung in den USA, unterstreicht der Bericht: „Die Vereinigten Staaten sind für rund ein Viertel aller Drogen-Todesfälle verantwortlich (…). Zum größten Teil durch Opioid-Missbrauch angetrieben, ist die Zahl der Todesfälle durch Überdosierungen in den USA zwischen 1999 und 2015 auf das Dreifache gestiegen, von 16.849 auf 52.404 oder um 11,4 Prozent allein im vergangenen Jahr (…).“ Dies sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen: Schmerzmittel aus der Medizin (Fentanyl und Derivate) würden missbräuchlich verwendet und abgezweigt, gleichzeitig komme es zu einem vermehrten Heroinkonsum.

Die Situation in den USA und in Kanada ist allerdings durch die dort vorhandenen Rahmenbedingung mit der offenbar in jüngerer Vergangenheit massiven Verschreibung von Opioid-Analgetika durch Ärzte und die Publikumswerbung dafür in Medien mitbedingt. Hinzu kommt, dass sich Patienten von Ärzten Fentanyl verschreiben ließen und die Medikamente dann an Abhängige verkauften. Das dritte Faktum ist ein wachsender illegaler Markt mit Fentanyl-Derivaten aus ebenso illegaler Produktion. Bei den synthetischen Opioiden reiche die Herstellung geringer Mengen bereits für viele Tausend Dosen am Schwarzmarkt, stellten Experten im Jahresbericht der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) erst vor einigen Wochen fest. Fentanyl und ähnliche Wirkstoffe sind hundertfach wirksamer als Morphin und damit beim Gebrauch als Drogen schwer zu dosieren.

Am meisten gefährdet unter den Drogenkonsumenten sind jene, welche sich Suchtgifte injizieren. Das sind weltweit rund zwölf Millionen Menschen. 1,6 Millionen Betroffene sind davon HIV-positiv, 6,1 Millionen Personen hingegen mit Hepatitis C infiziert, 1,3 Millionen haben sowohl ein chronische Hepatitis C als auch HIV. Pro Jahr sterben weltweit rund 222.000 Drogenabhängige an Hepatitis C. Die Krankheit könnte durch eine medikamentöse Therapie fast zu hundert Prozent geheilt, die Infektion sogar weltweit ausgerottet werden.

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Beitrag: Till Rüger

Kamera: Valentin Platzgummer

Schnitt: Christine Dériaz

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