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Gehören zur sogenannten militärischen Speerspitze der NATO: niederländische Soldaten der schnellen Eingreiftruppe. Foto: BR | Michael Mandlik

Manöver der militärischen Spezialkräfte in Rumänien
NATO lässt die Muskeln spielen

Eigentlich wollten die meisten nur noch schnell raus aus Bukarest an diesen schon drückend heißen Junitagen. Dass die Straßen stadtauswärts sehr belebt sein würden, das wusste man zwar angesichts der Pfingstfeiertage und der damit verbundenen Schulferien. Dass die Polizei aber an den Hauptverkehrsadern in 45minütigen Abständen den Verkehr immer wieder komplett stoppen würde, damit hatten viele nicht gerechnet. Einige Aufgebrachte veranstalteten angesichts der langen Staus wilde Hup-Konzerte. Dabei war das Ereignis medial durchaus umfassend angekündigt worden.

Autor: Michael Mandlik

Kamera: Daniel Dzyak

Schnitt: Christine Dériaz

Demonstration militärischer Stärke

Seit Mitte vergangener Woche bis zum 16. Juni findet in Rumänien ein Spezialmanöver der NATO unter Beteiligung von 5.000 Soldaten aus 11 NATO-Mitgliedsländern statt. Die als „NATO-Speerspitze“ bezeichnete multinationale Brigade für Schnelleinsätze VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) wird, wie es heißt, für den angenommenen Krisenfall hybrider russischer Kriegsführung üben – unter anderem unter dem Kommando des deutschen Brigadegenerals Thorsten Gersdorf. Die Botschaft ist klar – es geht um eine Demonstration der militärischen Stärke. Bereits zum dritten Mal möchte man so hier in Rumänien das VJTF-Konzept erproben, das die NATO als Antwort auf die russische Annexion der Krim sowie die hybride Kriegsführung in der Ostukraine entwickelt hatte. Die Teilnehmerländer an dieser Übung der hochmobilen NATO-Einsatzgruppe sind Albanien, Bulgarien, Griechenland, Großbritannien, Lettland, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Spanien und die USA.

Autor: Michael Mandlik

Kamera: Michael Mandlik

Schnitt: Christine Dériaz

Weitere große Manöver geplant

Die langen Militärkonvois mit insgesamt weit über 550 Einsatzfahrzeugen hatten aber vorwiegend nur in den ersten Tagen des Manövers den Verkehr auf den Straßen Rumäniens beeinträchtigt. Sämtliche Verbände steuerten nämlich ein zentrales Ziel an: den Truppenübungsplatz nahe Cincu im südlichen Transsilvanien. Auf dem riesigen Übungsgelände ist man nun für den Rest des Manövers militärisch wieder unter sich.

Allerdings ist diese Übung wohl nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Rumänen im Monat Juli auf ihren Straßen zu erwarten haben. Dann nämlich startet das US-geführte Manöver „Saber Guardian 17“ mit voraussichtlich weit über 30.000 beteiligten Soldaten und entsprechend umfangreichen Militärkonvois zeitgleich in den Ländern Rumänien, Ungarn und Bulgarien. Man wird sich auf dem Balkan also während des gesamten Sommers auf prekäre Verkehrssituationen einstellen müssen.

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